Engpass Rheinbrücke: Die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wollen eine zweite Brücke bei Karlsruhe bauen. | Foto: Fabry

Schwierige Großprojekte

Dreyer wirbt für regionale Kooperation

Die rheinland-pfälzische Landeschefin sieht es als eine große Herausforderung, die Modernisierung der Infrastruktur voranzutreiben. Es sei gut, dass die Bürger viel selbstbewusster als früher bei Großprojekten mitreden würden, lobt Malu Dreyer. Allerdings würden sich dadurch die Verfahren oft in die Länge ziehen, und die Politiker müssten aktiver um die Unterstützung der Bevölkerung werben.

Nicht ganz einfach findet die SPD-Politikerin die regionale Zusammenarbeit, weil hier die Länder ihre teils sehr unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen müssen. Dennoch habe man es in der Oberrhein-Region geschafft, Kooperationen etwa zwischen Krankenhäusern, im Nahverkehr oder bei der beruflichen Bildung auf den Weg zu bringen, so Dreyer. Sie möchte diese Kontakte verstärken, wenn Rheinland-Pfalz zum 1. Januar den Vorsitz der deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz übernimmt.

Dabei verbindet sie große Hoffnungen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, den sie gemeinsam mit anderen Länderchefs der Region im November 2011 zu einem Arbeitsmittagessen im Elsass getroffen habe. „Macron hat eine starke Ausstrahlung“, schwärmt Dreyer. Sie sei von der Detailkenntnis und dem Interesse des Franzosen an der grenzübergreifenden Zusammenarbeit angenehm überrascht gewesen.

Sie würdigt auch die Kooperation mit der Landesregierung in Stuttgart insgesamt als gelungen. Baden und die Südpfalz seien eine wirtschaftlich starke Region, und beide ihre Teile würden vom Ausbau einer engen Zusammenarbeit stark profitieren, so die Ministerpräsidentin. Darum sei es auch wichtig, den Bau einer zweiten Rheinbrücke nicht länger aufzuschieben. „Wir haben akribisch geplant, und ich bin zuversichtlich, dass es bald eine gute Lösung für alle geben wird“, hofft Dreyer.