Bleibt gesperrt: Während der Sperrung der Jöhlinger Straße in Weingarten ist das Mauertal keine Alternative. | Foto: Kuld

Weingarten prüft erneut

Durchs Mauertal – ja oder nein?

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Es herrscht Ruhe im Mauertal. Nur wenige Autos und Traktoren stören am Vormittag das landschaftliche Idyll zwischen Jöhlingen und Weingarten. Doch das könnte sich ändern. Seitdem die Jöhlinger Straße in Weingarten (L 559) wegen verschiedener Arbeiten gesperrt ist (und für drei Jahre gesperrt bleiben wird), gibt es vor allem in Pfinztal Ärger (die BNN berichteten). Die Staubildung an der Berghausener „Laub“-Kreuzung hat seit Beginn der Bauarbeiten erheblich zugenommen. Die großräumige Umleitung wegen der gesperrten Weingartener Ortsdurchfahrt führt eben über Berghausen. Doch nicht nur dort, auch in Walzbachtal wurde der Ruf laut, noch einmal zu überlegen, ob das Mauertal nicht doch als Ausweichroute mit Einschränkungen in Frage kommt.

Krisengipfel

In einer ersten Begutachtung durch die zuständige Gemeindeverwaltung Weingarten wurde dies als nicht möglich eingestuft. Nach einem Krisengipfel von Bürgermeister Eric Bänziger mit seiner Kollegin Nicola Bodner aus Pfinztal und dem Kollegen Karl-Heinz Burgey aus Walzbachtal Ende Juli gab es die Zusage der erneuten Prüfung. Das Weingartner Rathaus will sich nun diese Woche und damit rechtzeitig vor Ende der Sommerferien äußern. Denn dann wird die Belastung insbesondere in Berghausen absehbar wieder zunehmen – und vermutlich den Protest erneut anfachen.

Ist die Strecke befahrbar?

Die zentrale Frage ist: Taugt das Mauertal überhaupt als Umleitungsstrecke? Klar ist in jedem Fall, dass ein Begegnungsverkehr definitiv nicht möglich ist. Und Lkw werden dort auf gar keinen Fall fahren können. Wenn es überhaupt eine Lösung auf diesem Weg gibt, muss es sich um einen Einbahnverkehr für Pkw handeln, der morgens von Jöhlingen Richtung Weingarten und abends in umgekehrter Richtung führt. Doch ist das überhaupt leistbar? Einmal abgesehen von etwaigen technischen Einrichtungen und den notwendigen Kontrollen muss man den Blick auf den Straßenzustand richten.

Eng und kurvenreich führt der Weg durch das Mauertal von Jöhlingen nach Wössingen, der als mögliche Umleitung angesichts der L 559-Sperrung geprüft wird. | Foto: Kuld

Von Jöhlingen nach Weingarten durchs Mauertal gibt es zwei theoretische Optionen: eine etwas kürzere und eine etwas längere. Die kürzere führt am Naturfreundehaus vorbei und ist zumindest im ersten Drittel in einem bescheidenen Zustand. Mit etwas Teer auf der Straße ist es da nicht getan.

Auf diesem Steilstück müsste erst der Untergrund gemacht werden, bevor darauf regelmäßig Autos fahren könnten. | Foto: Kuld

Noch schlimmer ist ein kleines Steilstück – ein Erdweg, der erst einmal einen Aufbau benötigt, um als Straße im Berufsverkehr dienen zu können. Und auch in Richtung Weingarten zur B 3 erweckt der Weg den Eindruck, dass er ausgebessert gehört. Der etwas längere Weg ist von Jöhlingen her zwar besser in Schuss, aber wirft schon im unteren Bereich die Frage auf: Was ist, wenn es – im Zweifel ohnehin verkehrswidrig – zu Begegnungsverkehr käme? Überhaupt benötigte die ganze Strecke Ausweichbuchten. Unbeschadet der Fragestellungen und des Straßenzustandes hält man in der Weingartener Nachbarschaft die neuerliche Untersuchung des Mauertals nicht für abwegig. Auch wenn man berücksichtigt, dass erforderliche Arbeiten für die Herrichtung als Umleitungsstrecke wohl erst im neuen Jahr erledigt werden könnten.
Wie die Überlegungen im Weingartener Rathaus ausfallen, ist völlig offen. Mit dem Nachbarort Walzbachtal wurde über das Mauertal zuletzt nicht mehr gesprochen, bedauert Bürgermeister Burgey. Er wartet nun auch gespannt auf die neuen Erkenntnisse aus Weingarten.