DIE SCHRIFT IST EINE BESONDERE HERAUSFORDERUNG: Aicha Schweigert führte im Rahmen der Interkulturellen Woche in die arabische Sprache ein. | Foto: Stephan Friedrich

Arabisch-Workshop in Rastatt

Eine fremde Sprache ist wie eine fremde Welt

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Von Stephan Friedrich

Für rund 200 Millionen Menschen unter anderem im Irak, in Kuwait aber auch in Algerien ist Arabisch die Muttersprache. „Dabei werden aber viele verschiedene Dialekte gesprochen. So hört sich die Sprache in Ägypten ganz anders an als in anderen Ländern“, berichtet Aicha Schweigert. Im Rahmen der Interkulturellen Woche hat sie am Donnerstagabend in der Rastatter Volkshochschule rund einem halben Dutzend Interessierten die arabische Sprache in einem Workshop nähergebracht.

Programmpunkt bei der Interkulturellen Woche

Die Gründe der Besucher, sich den für den europäischen Kulturkreis fremden Schriftzeichen zu widmen, sind ganz unterschiedlich. Bei den einen ist es reine Neugier, während andere bald einen Urlaub in einem Land verbringen möchten, in dem Arabisch gesprochen wird. Da kann es ja nicht schaden, schon einmal ein paar Grundlagen zu legen.

Schnell klappen erste einfach Dialoge

„La“ bedeutet nein und „najam“ heißt ja. Nun noch schnell ein paar Worte an die Tafel geschrieben und schon ist eine erste kleine Konversation zwischen den Teilnehmern möglich. Man kann sich mit Namen vorstellen und den anderen nach seinem Namen fragen. Das macht richtig Spaß und so vergehen die mehr als zwei Stunden wie im Fluge. „Es war eine tolle Erfahrung“, sagt Heike Endermann und freut sich schon auf ihren Urlaub in Jordanien im kommenden Jahr.

Erste Hürde: Schriftzeichen

Schwierig wird es für Europäer vor allem dann, wenn arabische Schriftzeichen eingesetzt werden. Dass diese allerdings durchaus logisch aufgebaut sind, zeigt Aicha Schweigert an einigen passenden Beispielen. Schnell wird auch klar, dass es im Arabischen keine Hilfsverben gibt. Dies erklärt dann auch, warum sich arabisch Sprechende zu Beginn mit der deutschen Sprache nicht ganz leichttun. „Wenn jemand sagt: ,Ich Maya‘ ist dies nur logisch. Denn das Hilfsverb ,bin‘ kennt man im Arabischen nicht“, erklärt Aicha Schweigert, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt und einst aus Algerien fliehen musste.

Einblick in Sprache und Lebensweise

Sie gibt authentisch nicht nur einen Einblick in ihre Muttersprache, sondern auch in das Leben im nördlichen Afrika. Im Arabischen gibt es, ähnlich wie im Englischen, kein „Du“ oder „Sie“. Das macht die Unterhaltung einfacher und auch zwangloser. Im Eiltempo geht es beim Arabisch-Workshop nun durch die Grammatik. Singular und Plural, männlich und weiblich und schon verstehen die Teilnehmer auch eine erste kleine Unterhaltung, die von einem CD-Player eingespielt wird. Begeistert von der arabischen Sprache dürften viele Schüler sein, die Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung haben. Denn im Arabischen wird, wenn es in lateinischer Schrift zu lesen ist, alles klein geschrieben.

Grammatik, erste Sprechversuche und arabische Literatur

„Spannend und interessant“, findet Jutta Wolf ihre ersten Sprechversuche auf Arabisch. Sie unterstützt Geflüchtete und kann so einen guten Einblick in deren Muttersprache gewinnen. Mit der arabischen Literatur dagegen beschäftigt sich Beate von Budberg: „Mich hat diese Region gefesselt. Deshalb war es heute eine tolle Möglichkeit, einmal in diese für uns Europäer doch so fremde Sprache einzutauchen.“ Arabischkurse für Anfänger gibt es bei der Volkshochschule unter anderem in Rastatt und Bühl. Dann wird in mehreren Stunden noch viel tiefer in diese interessante Sprache eingetaucht.

Teilnehmer sind begeistert von den Erfahrungen

Ein noch größeres Verständnis haben die Teilnehmer nun auch für Geflüchtete, die die deutsche Sprache erlernen. Denn ihnen ist nun klar, in welch für sie fremde Welt sie eintauchen. „Alleine die verschiedenen Laute, die im Arabischen gebildet werden und die wir sonst nicht kennen, sind eine Herausforderung“, sagt etwa Carola Schiel. Ebenso wie alle anderen Teilnehmer ist sie begeistert von den gemachten Erfahrungen. So bleibt am Ende allen Aicha Schweigert nur eines zu sagen. „Schukran“ – Dankeschön.