Eisbären auf der Suche nach Futter
Eisbären finden durch den Klimawandel schlechter Beute und kommen deshalb in die Nähe der Städte. | Foto: David Goldman/AP

Kommentar

Eine Warnung mehr

Anzeige

Es wird also in jedem Fall wehtun. Die Frage ist nur, wie schlimm. Der Weltklimabericht lässt der Menschheit die traurige Wahl, ob sie bis zum Ende des Jahrhunderts etwa zwei Drittel der Korallen in den Ozeanen sterben lassen soll oder sie alle. So weit sind wir also bei der Abnutzung unseres Planeten gekommen. Wie viele eindringliche Warnungen, wie viele düstere Prognosen führender Klimaforscher hat man in den vergangenen Jahren bereits gehört. Dabei hieß es immer auch, dass das Zeitfenster zum Handeln klein sei und dass die Weltgemeinschaft nicht viele Optionen habe. Auch der neue Bericht des Weltklimarats gipfelt in einem solchen Aufruf.

Die alarmierenden Vorhersagen der internationalen Forscher sind durch eine solide wissenschaftliche Datenbasis untermauert. Die Klima-Modelle sind zudem in den letzten Jahren wesentlich präziser und feiner geworden, weil sie mehr Faktoren berücksichtigen – und weil wir dank des Einsatzes von Satelliten die Entwicklung der Erde viel besser verstehen. Dennoch ist die Gefahr groß, dass auch dieser Bericht von der Politik zu den Akten gelegt wird.

Die USA – einer der größten Klimasünder weltweit – ziehen sich unter dem Präsidenten Donald Trump von den kollektiven Anstrengungen gegen die Erderwärmung zurück. Ohne die Amerikaner geht wenig. Doch auch die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben bei der CO2-Reduktion noch lange nicht gemacht. Reflexartig kommt in Berlin immer wieder das Argument mit den bedrohten Arbeitsplätzen ins Spiel, sobald es etwa um den Ausstieg aus dem Klimakiller Kohle geht.

In der Debatte über die Zukunft des Planeten denken die Politiker nicht langfristig genug. Was die Menschen davon halten, haben sie gerade eindrucksvoll im Hambacher Forst gezeigt: gar nichts