Elefantenkuh Lina mit Schürfwunden
Wieder auf den Beinen ist Elefantenkuh Lina, nachdem sie erst von der Feuerwehr und dann noch zweimal von den Pflegern aufgerichtet werden musste. | Foto: Timo Deible

Aufatmen im Zoo Karlsruhe

Elefant Lina ist auf dem Weg der Besserung

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Aufatmen im Karlsruher Zoo: Nachdem am Donnerstag die Feuerwehr anrücken musste, um Elefantenkuh Lina wieder auf die Beine zu helfen, bangte das Zooteam noch mehrere Tage um die Gesundheit des Tieres. Noch zweimal legte sich Lina ab, konnte aber letztlich von den Pflegern wieder aufgerichtet werden. „Seit Sonntag stabilisierte sich ihr Zustand zusehends, inzwischen trinkt und frisst sie wieder“, erklärt Zoodirektor Matthias Reinschmidt auf BNN-Anfrage. Auch sämtliche Blutwerte geben keinen Anlass zur Besorgnis, sagt er.

Schäden an den Organen drohten

Da Lina insgesamt sechs Stunden gelegen hatte, bestand die Gefahr, das ihre Organe durch den Druck ihres Eigengewichts Schaden genommen hatten. Auch junge Elefanten, die deutlich leichter und mobiler sind, legen sich in der Regel immer nur für ein, zwei Stunden hin, führt Zoo-Pressesprecher Timo Deible aus.

Feuerwehr half beim Aufstehen

Wie berichtet, hatte sich das 3,5 Tonnen schwere Tier in der Nacht zum Donnerstag nicht nur auf den Boden gelegt, sondern offenbar auch in Panik in die Ecke gedrückt. Dabei  verkeilte sie ihre Vorderbeine in einem Metallgitter. Daher konnte das Pflegerteam, das mit Seilzug und Hebekissen über Hilfsmittel für diesen Fall verfügt, dem Tier auch nicht alleine helfen, sondern musste die Wehr um Unterstützung bitten.

Lina legte sich noch zweimal hin

Mehrere Tage und Nächte überwachte das Zooteam Lina im Anschluss an den Feuerwehreinsatz, half nach, damit sie nicht dehydrierte und versorgte sie auch mit Schmerzmitteln. „Wir haben alle um sie gebangt“, sagt der stellvertretende Zoochef Clemens Becker, der am späten Freitagabend bei Lina war, als diese sich erneut hinlegte.

Wir haben alle um Lina gebangt

Schon am Freitagmittag hatte sich Lina erst in den Sand gesetzt und dann zur Seite fallen lassen. „Da wollte sie aber sofort wieder aufstehen und wurde von den Pflegern entsprechend unterstützt“, schildert Deible. Anders in der Nacht zum Samstag: „Jetzt lag sie völlig erschöpft da, zeigte keine Regung, und wir haben schon befürchtet, dass sie sich zum Sterben hingelegt hätte“, sagt Becker.

Erschöpfungsschlaf

Offenbar sei Lina aber nur total erschöpft gewesen: Nach ein paar Stunden Schlaf wurde die Elefantenkuh wieder munter und bemühte sich, auf die Beine zu kommen – was ihr letztlich mit Unterstützung der Pfleger gelang.
„Es zahlt sich aus, dass wir auf solche Fälle vorbereitet sind – und dass wir eine ganz enge Bindung zwischen Pflegern und Tieren haben“, findet Revierleiter Robert Scholz. „Hätten wir keinen direkten Kontakt zu den Tieren, wäre es viel zu gefährlich, in solchen Situationen zu ihnen zu gehen“, erklärt er.

Elefantenkuh Lina mit Salbe verarztet
Wohl nur Schürfwunden, die nun mit Salbe behandelt werden, hat sich Lina bei ihrem unfreiwilligen Aufenthalt auf dem Boden zugezogen. | Foto: Timo Deible

Schürfwunden vom Betonboden

Linas Schürfwunden, die sie sich auf dem Betonboden zuzog, seien nicht so schlimm und werden mit Salbe behandelt – was die Elefantenkuh anstandslos dulde. „Ihr Vertrauen zu uns hat eher noch zugenommen“, konstatiert Scholz.

Noch nicht über den Berg

Die nächsten Tage soll Lina drinnenbleiben und sich weiter erholen. Denn dass sie schon komplett über den Berg ist, möchte im Zoo niemand behaupten. Dass man aber vorsichtig optimistisch ist, belegt auch dieses Video des Karlsruher Zoos.