TEIL DES ENBW-KONZERNS: Der Leipziger Erdgasspezialist VNG-Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (hier das Atrium der Zentrale) wurde nun in der Konzernbilanz der Karlsruher komplett berücksichtigt. Auch das hat sich positiv ausgewirkt. | Foto: dpa

Halbjahresbilanz der EnBW

Karlsruher profitieren vom Karlsruher Urteil

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Eine Entscheidung aus Karlsruhe füllt die Kasse des größten Karlsruher Konzerns: Bekanntlich hat das Bundesverfassungsgericht die Kernbrennstoffsteuer gekippt. Vor allem durch die Rückzahlung hat sich die Eigenkapitalquote der EnBW Energie Baden-Württemberg AG zum 30. Juni auf 13,2 Prozent verbessert. Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr lag sie nur bei 8,3 Prozent. Zudem sanken die Nettoschulden des drittgrößten deutschen Energiekonzerns um elf Prozent auf 8,9 Milliarden Euro.

Lichtblick für die Aktionäre der EnBW

Die Aktionäre – überwiegend der kommunale Zweckverband OEW und das Land – freuen sich nun, dass der Konzernüberschuss im ersten Halbjahr auf 1,68 Milliarden Euro gestiegen ist – nach einem Fehlbetrag von 194,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Zu der positiven Entwicklung hat auch der Verkauf von knapp 50 Prozent des Offshore-Windparks „Hohe See“ beigetragen, teilte die EnBW weiter mit.

Positiver Effekt der VNG-Beteiligung

Weitere Kennzahlen haben sich erfreulich entwickelt: Die Mitarbeiterzahl liegt nun bei 21 324 (Vorjahreszeitraum: 20 263). Die Umsätze sprangen um 6,8 Prozent auf 10,48 Milliarden Euro. Und das angepasste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung legte um 10,9 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zu. Aber: Dies liegt zum Teil auch an temporären Effekten, „die sich im Jahresvergleich ausgleichen werden“. Denn die EnBW besitzt 74,21 Prozent des Erdgasimporteurs und -großhändlers VNG-Verbundnetz Gas AG und hat dies nun komplett in seiner Konzernbilanz berücksichtigt. Letztlich bleibt Finanzvorstand Thomas Kusterer für das Gesamtjahr bei seiner Prognose fürs operative Ergebnis, die ein Plus zwischen null und fünf Prozent vorsieht.

Kusterer: Weitere erhebliche Anstrengungen nötig

Man müsse weiterhin „noch erhebliche Anstrengungen unternehmen“, um das Ziel zu erreichen, sagt Kusterer und spricht dabei auch das Sparprogramm an. „Die Rückzahlung der Kernbrennstoffsteuer ändert daran nichts. Dies entlastet zwar unsere angespannte bilanzielle Situation auf der Eigenkapital- und Schuldenseite, es ist aber ein einmaliger Effekt.“ Entscheidend sei, dass der Konzern weiter an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeite – sowohl bei den Produkten als auch bei den Kosten.