Das Justizopfer Harry Wörz wartet am im Landgericht Karlsruhe (Baden-Württemberg) zusammen mit seiner Anwältin Sandra Forkert-Hosser auf den Beginn seines Schadensersatz Prozesses gegen das Land Baden-Württemberg. | Foto: dpa

Harry Wörz gegen das Land

Entschädigungsprozess endet mit Vergleich

Einigung auf 450 000 Euro

Der Entschädigungsprozess  Harry Wörz gegen das Land Baden-Württemberg ist mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Die Parteien haben nach der mündlichen Verhandlung am 08. Juni 2015 – ausgehend von dem gerichtlichen Vorschlag – außergerichtlich weiter verhandelt und sich schließlich geeinigt, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichts Karlsruhe.

Das Zustandekommen dieses Vergleichs habe das Landgericht mit Beschluss vom 22. Dezember 2016 festgestellt. Danach zahlt das Land Baden-Württemberg an Harry Wörz 450 000 EUR, womit sämtliche Ansprüche zwischen den Parteien abgegolten und erledigt sind, so die Mitteilung weiter. Mit dem Betrag wird der zu Unrecht verurteilte und inhaftierte Wörz im Wesentlichen für vergangenen und künftigen Verdienstausfall entschädigt, der von den Parteien mit 411 500 Euro veranschlagt wurde.

Sämtliche Entschädigungsforderungen des Klägers sind dem Landgericht zufolge damit abgegolten. Die Entschädigungsangelegenheit ist deshalb insgesamt abgeschlossen und erledigt.

13 Jahre stritt Wörz vor Gerichten

Harry Wörz aus Birkenfeld bei Pforzheim steht für einen der spektakulärsten Justizirrtümer. Er wurde 1998 vom Landgericht Karlsruhe wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Frau zu elf Jahren Haft verurteilt und saß viereinhalb Jahre hinter Gitter. 13 Jahre stritt er vor verschiedenen Gerichten, bis er im Dezember 2010 durch den Bundesgerichtshof endgültig rehabilitiert wurde.