Kommentar
Die Pforzheimer Bäderkrise wird durch populistische Politik verlängert. Ein Kommentar von Daniel Streib. | Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Plastikmüll in aller Munde

Exotik im Kuhmagen

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Sagenhafte Traumstrände werden zu stinkenden Deponien, exotische Meerestiere ersticken im Plastikmüll menschlicher Zivilisation. Krasser hätte das Schicksal nicht zuschlagen können.

Buckelwale und Milchkühe

Der Pauschaltourist trifft beim Whalewatching vor Honolulu nicht nur Buckelwale, Delfine und Meeresschildkröten.

Er begegnet auch den vielen Millionen Tonnen Plastikmüll wieder, die der Wind oder illegale Entsorger aus der zivilisierten Welt auf die Meere hinaus und damit auch in die Mägen dieser Tiere gefegt haben.

Doch um das Elend zu sehen, das die grenzenlose Abfallflut der Tierwelt antut, braucht es keinen Flug nach Hawaii.

Trauerkerzen im Kuhmagen

In Rüppurr quälen sich Kühe mit den Plastikresten von Trauerkerzen im Magen, weil die Mülleimer des Friedhofes offenbar keine Deckel haben oder Friedhofsbesucher die leeren Kerzenhülsen achtlos wegwerfen.

Aufmerksame Hundebesitzer kratzen die Hinterlassenschaft ihres Lieblings in die Plastiktüte, nur um das ganze Päckchen anschließend ins freie Feld zu werfen.

Sinkende Milchleistung ist ein Todesurteil

Dort warten die Hinterlassenschaften zwischen aufstrebendem Gras geduldig auf die Heuernte, die dann Plastiktüte samt Hundekot auf den Futtertisch der Nutztiere zaubert.

Schon im zarten Kalbesalter bekommen zukünftige Milchkühe starke Magnete in den Magen. Die sollen die von Erntemaschinen zu scharfen Blechschnipseln kleingehäckselte Bierdose an sich binden und innere Verletzungen verhindern.

Glasscherben machen Bauchweh

Pech, wenn der Biertrinker ökologisch korrekt aus der Glasflasche trank. Dann quälen die Scherben das Tier so lange mit Bauchweh, bis es wegen sinkender Milchleistung von seinem Leiden erlöst wird.

Wer einen Blick fürs Detail hat, der muss Oberrhein und Nordschwarzwald nicht unbedingt verlassen, um die Schönheiten der Welt zu sehen.

Und auch nicht, um den Wahnsinn der Welt zu entdecken.