Omkafè in Arco
JUNG TRIFFT ALT: Serena Martinelli, Enkelin des Firmengründers, im Omkafè-Museum in Arco am Gardasee, wo Opas erste Röstmaschine ausgestellt ist. | Foto: Marion Hoidn-Ludwig

Tradition und Moderne

Omkafè – Feine Kaffee-Blends vom Gardasee

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Nein, mit Yoga hat Omkafè nichts zu tun, obwohl die erste Silbe verdammt danach klingt. Sie wissen schon: „Ommmmm!“. Indien. Das heilige Symbol. Von Yoga-Jüngern zum „Schlachtruf“ von Weltrang gemacht. Om. Die Abkürzung für ominös?

Omkafè Arco
Als alles begann: Ottorino Martinelli und seine Frau Maria in den Anfangstagen. Foto: Michael Ludwig

Das schon mal gar nicht. Nein, es erklärt sich irdischer, weit banaler, als man glaubt. „O“ steht für Ottorino, „M“ für Martinelli. Zusammengesetzt ergeben die Initialen des Firmengründers den ersten Part der Marke Omkafè.

Omkafè: Es begann 1947

1947 war es, als Ottorino Martinelli zusammen mit Ehefrau Maria eine kleine Kaffeerösterei, die „Casa del Caffè“, in Riva del Garda in Betrieb nahm. Im Hinterraum des Hauses in der Via Maffei interessierte sich der Kaffeefreak, wie man ihn heute wohl nennen würde, aber sowas für die Bohne, dass er bis zur Hirn- und Riechkolbenschmelze immer neue Mischungen ausbaldowerte.

Omkafè Arco
Als der Druck auf den Espresso noch mechanisch erzeugt wurde: Serena Martinelli führt es an einer historischen Maschine vor. Foto: Michael Ludwig

Die Bohnen dafür röstete er höchstselbst in einer fünf Kilogramm fassenden chromblitzenden Röstmaschine, die noch heute im hauseigenen Museum im gläsernen Firmen-“Palast“ in Arco zu bewundern ist. In Personalunion war Ottorino Martinelli dann auch Ausfahrer des kostbaren Gutes: mit dem Radl trebbelte er von Ort zu Ort, bis in die Täler rund um den Gardasee hinein, wo kaffee- und koffeinsüchtige Trentiner auf das braune Gold von Omkafè nur so lauerten.

Omkafè macht internationale Karriere

Warum der Inhaber der damals kleinen Klitsche dem Firmennamen mit der etwas skurrilen Schreibweise von Kaffee (oder italienisch caffè) „den Rest“ gab, weiß nicht mal Enkelin Serena, zuständig für Marketing und Export, so genau. Aber egal. Omkafè ist in der Region Garda Trentino so oder so ein Begriff. Für super Kaffee nämlich, mit dem sich international Furore machen lässt.

Goldmedaille für den kleinen Schwarzen aus Arco

So stach die Mischung „Platino Premium Barista“ – als wollte der Name es schon vorweg nehmen – beim International Coffee Tasting 2014 die gesamte italienische Espresso-Prominenz aus. Goldmedaille für den kleinen Schwarzen aus Arco. Der Jubel war groß.

Omkafè: Tradition trifft Moderne

Wahrscheinlich ist der Erfolg dieses mittelständischen Familienbetriebs, der einst von Ottorinos Söhnen Renato und Remo übernommen und zu heutiger Größe gepäppelt wurde, in der geschickten Kombination aus Tradition und Moderne zu suchen. Trendhechelei, wie sie im schicken Kaffeegeschäft alltäglich ist – bei Omkafè ist sie ein Fremdwort.

Die Vielfalt der Bohne: im Museum von Omkafè. Foto: Marion Hoidn-Ludwig

Während die hippe Kaffeeschlürf-Community in den Metropolen „100 % pure Arabica“ zum neuen „Bohnanza“ stilisiert, ist das Credo der „Omkafè-ler“, wie schon immer, der richtige Blend, also die perfekte Mischung aus aromatischem Arabica und tiefgründigem Robusta, der zugleich für eine prima Crema zuständig ist. Die wischen sich verwöhnte „Espressonisten“ bei Omkafè denn auch besonders genüsslich von den Lippen.

2018 Facelifting für Omkafè

Serena Martinelli. Die junge, weltoffene Frau steht für die moderne Marke Omkafè, die noch 2018, erstmals nach 30 Jahren, ein Facelifting erfahren soll. Sich zeitgemäß einem jüngeren Publikum zu präsentieren, lautet die Devise. Der Schriftzug wird neu entworfen, und so manch anderes ebenfalls einem Update unterzogen.

Omkafè Arco
Im Wandel der Zeit: Kaffeepackungen aus vergangenen Tagen. Foto: Marion Hoidn-Ludwig

Omkafè ist mit rund vier Millionen Euro Jahresumsatz zwar einer der kleineren Röster, rund um den Gardasee aber auch der Platzhirsch. Das ist so gewollt, sagt Serena Martinelli. Schließlich bietet Omkafè neben Barista-Kursen auch einen Maschinenservice an. Und der funktioniert nur auf der Regionalschiene.

Touristen tragen den Namen Omkafè hinaus in die Welt

Einen Fuß in der Auslandstür haben die Martinellis freilich trotzdem. Dank Tausender Kaffee-affiner Gardaseebummler und Bustouristen, die sich in Arco, im nahen Riva del Garda und sonstwo im mediterranen Alpenidyll lustvoll die Tasse geben und Omkafè-Mischungen samt immateriellem Geschmackssouvenir mit nach Hause nehmen, besteht auch in Deutschland und Österreich Bedarf an den duftenden Spezialitäten aus Arco. Diesen Deal übernehmen kleinere Spezialhändler.

Omkafè: Spezialitäten auch per Internet

Und dann gibt’s ja noch den Internet-Shop, wo sich virtueller Omkafè-Duft schnuppern lässt, wo auch abgekapselte Kaffee-Nerds zum Gardasee-Shoppingaufbrechen können. Mit Mann und (Computer-)Maus, wenn man so will. Das braune Gold kommt dann kurze Zeit später ganz real in die Butze in Buxtehude oder sonstwo. Überbracht von einem Kurier aus Fleisch und Blut. Manchmal ist auch die kleine Kaffeewelt ganz groß.

Kaffee und mehr

www.omkafe.com
www.gardatrentino.it

 

Hier ein Video: Genussparadies Garda Trentino