Hin und her: Der Fährbetrieb zwischen Neuburgweier und Neuburg über den Rhein verbindet für die Nutzer Angenehmes mit Nützlichem. Hier ist das Alte Zollhaus Neuburgweier in Sicht. | Foto: Ulrich Krawutschke

Zwischen Romantik und Geschäft

Fähre „Baden-Pfalz“: Mehr Gäste durch Rheinbrückenprobleme

Von Ulrich Krawutschke

„Es ist gerade nicht viel los, ich fahre aber trotzdem, denn ich kann auch einzelne Personen oder Autos nicht warten lassen“, sagt Marc Freiwald, Betreiber der Rheinfähre „Baden-Pfalz“. Die Fähre setzt zwischen Neuburgweier am ehemaligen Zollamt und Neuburg Fußgänger, Radfahrer, Pkw und sogar Busse und Lkw über den Rhein. Sie verbindet Baden mit dem Elsass und der Pfalz. 15 Pkw oder 200 Menschen fasst die 36 Meter lange „Baden-Pfalz“ pro Fahrt, insgesamt bis zu 30 Tonnen. Seit 2004 ist Freiwald mit der Fähre unterwegs, seit 2009 als

Fährmann und Betreiber Marc Freiwald hat alles im Blick und setzt bei seinen Fahrten über den Rhein auf Pünktlichkeit. | Foto: Krawutschke

selbstständiger Betreiber. Zur Familie gehört auch die Fähre bei Leimersheim. 2018 hat der Fährbetrieb später begonnen als üblich, erst am 25. März.

100.000 Euro für die Fähre investiert

„Wir hatten Hochwasser im Winter und so war die Fahrt nach Speyer zur Werft erst spät möglich. Dort wurde das Schiff modernisiert. Neben der jährlichen Wartung wurde ein neues Schrankensystem eingebaut, der Brandschutz den neuesten Bestimmungen angepasst und auch der TÜV ist ganz frisch. „Rund 100 000 Euro habe ich investiert“, sagt Freiwald. Geld, das sich lohnen kann, denn gerade wenn nicht soviel los ist, kann er die Fähre jetzt allein betreiben – steuert und kassiert selbst. Alle 15 Minuten startet die bis zu zehn Knoten (18,5 Stundenkilometer) schnelle Fähre eine Überfahrt. Bei Andrang geht es permanent, allerdings immer unter Berücksichtigung des Schiffsverkehrs, der Vorrang hat.

Ich bin gerne auf dem Wasser, es beruhigt

„Wir fahren immer, bei jedem Wetter. Radar und nautische Geräte erlauben das auch bei schlechter Sicht“, so Freiwald. Davon profitiert auch Franziska Schneider, die „geschäftlich drei- bis viermal die Woche“ von Neuburg aus ins Badische übersetzt. „Ich bin mit dem Service sehr zufrieden“, sagt sie den BNN. Sie muss auch nicht bezahlen, nur unterschreiben. Die Rechnung geht monatlich an den Arbeitgeber. „Ich bin gerne auf dem Wasser, es beruhigt und es ist ein schöner Arbeitsplatz, vor allem wenn die Sonne scheint“, sagt Marc Freiwald, der mit dem Geschäft an Pfingsten einigermaßen zufrieden war: „Das Wetter war halt mal so und mal so, und wir sind extrem vom Wetter abhängig. 25 Grad und Sonnenschein sind ideal“. Dann komm

Rauf geht’s: Die Autofähre wird auch von Berufspendlern genutzt, die auf der jeweils anderen Rheinseite arbeiten. | Foto: Ulrich Krawutschke

en die Ausflügler zu Fuß, oft geht es zur „Lautermuschel“ auf Neuburger oder ins „Zollhaus“ auf Neuburgweierer Seite. Vor allem aber sind es Ausflügler per Rad. So wie Stefan Gütschow aus Mörsch, der den schönen Dienstag nach Pfingsten gut bepackt für eine Radtour ins Elsass nutzt und mit der Fähre übersetzt. „Für die Freizeitnutzung ist die Fähre prima, eben eine gute Anbindung ans Elsass“, lobt er. Nach und nach füllt es sich mit Wartenden an den Anlegestellen, Marc Freiwald ist jetzt im Dauereinsatz. Von seinem Führerstand aus hat er alles im Blick. Auch die Landschaft, „die mir hier besser gefällt als bei Leimersheim“.

Wohl keine Fährpause mehr im Winter

Voraussichtlich wird es im kommenden Winter keine Fährpause geben, „wenn nämlich die Sanierung der Rheinbrücke kommt. Schon jetzt merken wir beim Berufsverkehr eine Zunahme, wenn an der Brücke lange Staus sind. Aber mal abwarten, ob es mit der Sanierung auch tatsächlich losgeht“, ist Freiwald etwas skeptisch. Die Fährzeiten will er dann noch festlegen, eventuell schon um 5.30 Uhr starten. Und es hängt auch viel vom Wasserstand ab. Ein Fährbetrieb ist ab einem Pegelstand in Maxau von 6,40 Meter steigend (Hochwasser) sowie unter 3,60 Metern (Niedrigwasser) nicht mehr möglich. Die Fähre liegt dann, wie sonst auch jede Nacht, auf Neuburger Seite fest verankert.

Fährzeiten bis Ende Oktober: Montag bis Freitag 6.45 bis 19 Uhr, Samstag 9 bis 19 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 20 Uhr. Preise: Fußgänger 1,50 Euro, Radfahrer 2,50 Euro, Pkw mit Fahrer 4,50 Euro, jeder weitere Insasse 1,50 Euro. Für Vielnutzer gibt es auch eine günstigere Punktekarte. www.rheinfaehre-neuburg.de.