Die Anbindung des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden an den öffentlichen Personennahverkehr wurde mit zusätzlichen Buslinien verbessert. | Foto: Bern Kamleitner

Wird der Rekord geknackt?

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden erwartet 1,275 Millionen Passagiere in 2018

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Eigentlich könnte Geschäftsführer Manfred Jung sehr optimistisch auf die nächsten Monate blicken. Von Januar bis März hat der mittelbadische Regionalflughafen bei den Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugelegt. Doch bei den Chancen, den im vergangenen Jahr nur ganz knapp verpassten Passagierrekord von 1,29 Millionen aus dem Jahr 2012 endlich zu knacken, stapelt der Baden-Airport-Chef tief. Seine Prognose, die er jetzt Journalisten offenbarte, liegt bei 1,275 Millionen. Das wäre dann immerhin das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden in Rheinmünster-Söllingen.

Der Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Rheinmünster-Söllingen | Foto: Bernd Kamleitner

Mit eher verhaltenen Prognosen ist der Geschäftsführer zuletzt nie schlecht gefahren. Seine Kalkulation für 2018 beschreibt er als „realistische Rechnung“. Gleichwohl will Jung den Passagierrekord für 2018 nicht ganz abschreiben. Mit neuem Verbindungen im Winterflugplan (ab 28. Oktober) könnte das Ergebnis aus dem Jahr 2012 vielleicht noch getoppt werden. Doch solche Entscheidungen liegen im Ermessen der Fluggesellschaften und nicht in der Verantwortung des Airports, wie Jung erläutert.

Tendenz geht zu Fliegern mit mehr Sitzen

Auf der Hamburg-Linie habe die Auslastung der Maschine mit 95 Plätzen in der Vergangenheit bei an die 65 Prozent gelegen. Als ein Flieger mit 138 Sitzen eingesetzt wurde, sei dieser im Schnitt nicht einmal zur Hälfte gefüllt gewesen und die Strecke für den Anbieter unrentabel geworden. Sie wurde eingestellt. Inzwischen hätten immer weniger Gesellschaften Flieger mit 50 bis 100 Sitzen in ihrer Flotte.

Budapest-Linie  wechselte  nach Berlin

Der Wegfall der gut gebuchten Budapest-Linie hatte noch eine ganz andere Ursache: Die Fluggesellschaft bekam nach der Air-Berlin-Insolvenz ein Start- und Landefenster (Slot) in Berlin und zog die Maschine in die Hauptstadt ab.

Das neue Gastronomieangebot am Baden-Airport. Kunden, die eingecheckt und den Sicherheitsbereich passiert haben, können es nutzen. | Foto: Bernd Kamleitner

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: So bringe etwa die am besten ausgelastete Ryanair-Verbindung nach Tel Aviv etwa viele israelische Touristen nach Mittelbaden. Auch die Pobeda-Strecke nach Moskau-Vnukovo sei gut frequentiert. Wieder im Flugplan ist zudem Istanbul mit Umsteigemöglichkeiten etwa nach Kathmandu, Krasnodar, Sotschi oder Sharm El Sheikh. Viermal wöchentlich bedient Turkish Airlines diese Strecke, die im Winterflugplan ausgesetzt war. Der Start sei „deutlich besser“ als im Vorjahr, sagt Jung: „Es sieht so aus, dass sich das stabilisiert.“

Das Terminal am Baden-Airport ist für 1,5 Millionen Passagiere ausgelegt. Bis zu acht Flieger können parallel abgefertigt werden. | Foto: Bernd Kamleitner

Das Terminal des Flughafens, der nach dem Check-in mit einem verbesserten Gastronomieangebot aufwartet, ist auf 1,5 Millionen Passagiere ausgelegt. Parallel können bis zu acht Maschinen abgefertigt werden.

Im operativen Geschäft schreibt der Airpark schwarze Zahlen

Im operativen Geschäft schrieb die Airpark GmbH mit 3,671 Millionen (2016: 855 000) Euro erneut schwarze Zahlen. Mit Abschreibungen und Steuern lag das Jahresergebnis bei einem Minus von 3,66 (2016: 7,282) Millionen Euro.

Den Passagierrekord von 1,29 Millionen aus dem Jahr 2012 hat der Baden-Airport 2017 knapp verfehlt. | Foto: Bernd Kamleitner

Die Airpark-Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wurde mit zusätzlichen Bussen nach Rastatt und Baden-Baden verbessert. Die Regioschnellbus-Linie X34 und die Linie 234 verbinden den Airport mit dem Bahnhof Rastatt, die Buslinie 285 führt vom Flughafen zum Bahnhof Baden-Baden.

http://www.baden-airpark.de

Von einem Fernbusanschluss für den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) träumt Geschäftsführer Manfred Jung schon lange. Inzwischen verbindet der Hahn-Express die Airports im rheinland-pfälzischen Hahn und in Rheinmünster-Söllingen mit Halt in Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe. Der Abschnitt zwischen Heidelberg (Hbf) und dem FKB wird montags bis freitags zweimal täglich bedient und in Kooperation mit Fernbusmarktführer Flixbus vermarktet. Wer nur von Karlsruhe zum Baden-Airport (Fahrzeit: 40 Minuten) fährt, oder umgekehrt, muss im Bus jedoch ein Ticket zum Nahverkehrstarif erwerben. Der Hintergrund: Fernbusse dürfen nur Orte verbinden, die mindestens 50 Kilometer auseinanderliegen. Von Karlsruhe zum Baden-Airport sind es weniger, daher gilt hier kein Fernbustarif.