Erfolgreiches Duo: Im Musical "Chicago" überzeugten Maria Danaé Bansen, Gewinner des Kurt-Müller-Graf-Preises (Zweite von rechts) und die Zweitplatzierte Dorothée Kahler (Zweite von links). | Foto: SFS

Maria Danaé Bansen gewinnt

Freudensprung und Jubelschrei – Publikumspreis der Schlossfestspiele Ettlingen vergeben

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Ausgezeichnet! Immer wieder schön zu sehen, wie sich die Schauspielkollegen mitfreuen, wenn die Gewinner des Kurt-Müller-Graf-Publikumspreises im Schloss bekannt gegeben werden. Ein Freudensprung, ein Jubelschrei und dann kräftiger Applaus bei der Bekanntgabe. Für ihre prägende Rolle bei den Schlossfestspielen 2018 traf es im positiven Sinn Maria Danaé Bansen, die die Roxie Hart im Musical „Chicago“ verkörperte. Quicklebendig mimte sie die aufstrebende Ehefrau und Tänzerin, die ihren Ehemann kurzerhand meuchelt und dann zum Medienstar avanciert. „Eigentlich ist es ein Preis für alle“, betonte die 28-Jährige sichtbar aufgekratzt, als sie aus den Händen von Oberbürgermeister Johannes Arnold Urkunde und Medaille im Ettlinger Schloss entgegennahm.

Vorjahresgewinner auf Platz fünf

Zuvor war getuschelt und spekuliert worden, wer denn dieses Jahr den begehrten Publikumspreis einheimsen würde. Auch Marc Lamberty, gefeierter und ausgezeichneter „Franky“ aus der Rocky Horror Show der Saison 2017 stand ja wieder zur Wahl – diesmal in der Rolle des gewieften Anwalt Billy Flynn

Ganz oben in der Publikumsgunst rangierten Maria Danaé Bansen, Dorothée Kahler und Peter Kempkes (mit Blumen, von rechts). Es gratulierten OB Johannes Arnold und Intendant Udo Schürmer (rechts). | Foto: Rainer Obert

(„Chicago“). Der landete im Übrigen auf Platz fünf. Aber diesmal war es auch kein Alleingang, zwischen den Platzierungen lagen keine Welten. Bansen mit 296 Stimmen vorn, gefolgt von Dorothée Kahler mit 261 (Velma, „Chicago“) und Peter Kempkes (211, Schauspiel „Der Kaufmann von Venedig“). Umso beachtlicher, da Kempkes kurzfristig für einen verletzten Kollegen einsprang, betonte Intendant Udo Schürmer. Die viertmeisten Stimmen erhielt Gudrun Schade für die resolute Mama Morton in „Chicago“.
2013 wurde der Preis nach dem ehemaligen Intendanten Kurt Müller-Graf erstmals vergeben, nachdem dieser nach der Feier seines 100. Geburtstags noch in der Nacht gestorben war. „Der Preis hat in der Branche eine wichtige Bedeutung“, unterstrich OB Arnold. Der Publikumspreis könne sich auf die weitere Laufbahn positiv auswirken. „Sie hat Star-Qualität“, befand Festspiele-Intendant Udo Schürmer bei der Preisverleihung. Die Berlinerin studierte bis 2014 an der Universität der Künste Berlin, in Ettlingen war sie bereits 2014 als Stenotypistin Flämmchen im Musical „Grand Hotel“ zu sehen.

Lob für den Intendanten

„Es gibt keine Preisträger ohne die Anderen, die die Rolle mittragen“, verdeutlichte dann der Intendant. „Du standest natürlich als Blonde im Mittelpunkt“, so Schürmer zur Gewinnerin. Verkehrte Welt zumindest auf dem Kopf – denn Maria Danaé Bansen ist im richtigen Leben eigentlich dunkelhaarig, die Zweitplatzierte Dorothée Kahler blond. Aufgeregter war sie dann beim freien Reden nach der Preisverleihung. „Oh Gott. Danke, dass ich in Chicago spielen konnte.“ Das Ensemble sei „unglaublich toll“. Die Chemie stimmt, wie so oft unter Intendant Schürmer. „Dieser Preis geht an alle“, betonte Bansen. Sie steht erst seit rund vier Jahren professionell auf der Bühne – nach der insgesamt erfolgreichen und bis 11. August dauernden Schlossfestspiele-Saison ist sie als Mary Poppins beim Musical in Hamburg zu sehen (29. August bis 14. Oktober).

Bansen: Zuschauer sind die wichtigste Jury

Und Bansen hofft, dass es für sie nicht das letzte Engagement in der Stadt an der Alb war. Udo Schürmer wisse einfach, welche Rolle zu wem am besten passt, erklärte die Preisträgerin im BNN-Gespräch. Viele Wesenszüge der Roxie Hart spielten ihre eigene Natur wider. Sie sei einfach stolz, dass viele Menschen im Publikum entschieden: „Die gefällt mir.“ Die Zuschauer seien schlichtweg die wichtigste Jury.

Die Schlossfestspiele Ettlingen dauern noch bis Samstag, 11. August. „Chicago“ ist noch am 5. sowie 7. bis 11. August täglich zu sehen. Das Schauspiel „Der Kaufmann von Venedig“ wird letztmals am Samstag, 4. August, um 20.30 Uhr aufgeführt. Die Revue „40 Jahre Schlossfestspiele“ mit dem Titel „Immer wieder sonntags“ ist am Sonntag, 5. August, zu sehen. Info auf www.schlossfestspiele-ettlingen.de, Karten unter www.tickets.bnn.de.