Eine Entschuldung armer Länder wird beim G-20-Treffen im März in Baden-Baden vom entwicklungspolitischen Bündnis „Erlassjahr“ eingefordert. Erzbischof Stephan Burger und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh sollen dabei sein. Das Foto zeigt eine Aktion des Bündnisses in Stuttgart. | Foto: dpa

Bischöfe mischen mit

G20-Treffen in Baden-Baden

Das nach eigenen Angaben größte entwicklungspolitische Bündnis in Deutschland „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“, das von Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft getragen wird, will das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Baden-Baden nutzen, um einen Schuldenschnitt in den armen Ländern einzufordern.

Ökumenischer Gottesdienst

Das Bündnis kündigte für Freitag, 17. März, um 14 Uhr eine öffentliche Aktion und Kundgebung auf der Fieser-Brücke sowie um 17 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst mit dem Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und dem Landesbischof der Evangelischen Kirche von Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, in der Evangelischen Stadtkirche an. Bereits um 11 Uhr soll es dort eine Pressekonferenz geben.

Im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den ärmeren Ländern und ihren Gläubigern würden die wesentlichen Entscheidungen nicht erst beim eigentlichen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hamburg, sondern schon beim Treffen der Finanzminister in Baden-Baden fallen, heißt es in einem via Internet verbreiteten Aufruf des Bündnisses.

Für solidarische Globalisierung

Deswegen wollten Kirchen, Eine-Welt-Gruppen und -Organisationen die Forderung nach einer gerechten, weltoffenen und solidarischen Globalisierung und alternativen Lösungen für die drohende Schuldenkrise rund um das Casino, wo die Finanzminister und Chefs der Zentralbanken sich treffen, hör- und sichtbar machen.

Zur Vorbeugung und Bewältigung der neuen Schuldenkrise fehlten aufgrund des Widerstands ausschlaggebender Gläubigerländer wie etwa Deutschlands nach wie vor wichtige Instrumente. Es gebe immer noch kein internationales Insolvenzverfahren, das überschuldeten Ländern einen fairen Ausweg aus ihrer Überschuldung ermögliche und es würden immer noch nicht die Vorschläge für eine verantwortliche Kreditvergabe befolgt, die die Beachtung der sozialen und ökologischen Folgen eines Projekts und die Bezahlbarkeit des Kredits für eine Vergabe einfordern, so das entwicklungspolitische Bündnis .

Name aus Altem Testament

Zu den derzeit über 600 Mitträgerorganisationen gehören nach Angaben von „Erlassjahr“ Landeskirchen, Diözesen, entwicklungspolitische Organisationen, Eine-Welt-Gruppen, Vereine, Kirchengemeinden und Weltläden. Der Name leitet sich aus dem Alten Testament ab: „Heiligt das fünfzigste Jahr und verkündet Freiheit für alle Bewohner. Ein Erlassjahr soll es für euch sein.“