Das Kinderhaus Elchesheim-Illingen wurde vom Gesundheitsamt geschlossen. | Foto: Collet

Kinderhaus Elchesheim-Illingen

Ab Dienstag gibt es Notgruppen

Update

(16. Juli, 17.17 Uhr)

 

Ab Dienstag, 17. Juli, gibt es Notgruppen für die Kinder, die eigentlich im Kinderhaus Elchesheim-Illingen betreut werden. Wie berichtet war die Einrichtung wegen 41 Fällen von Magen-Darm-Problemen am vergangenen Donnerstag vorsorglich vom Gesundheitsamt geschlossen worden.
Wie der Kindergartenbeauftragte der Kirchengemeinde Südhardt-Rhein, der Träger des Kinderhauses ist, mitteilt, werden die Kinder bis zur Wiedereröffnung des Kinderhauses im Haus der Begegnung untergebracht. Es sei bis auf Widerruf nur für die Betreuung der Kinder in den Notgruppen reserviert, so Daniel Ungerer. Auch der für Mittwoch geplante Ausflug der Vorschulkinder werde wie geplant stattfinden.

Service
Eltern, die noch Betreuungsmöglichkeiten benötigen, sollen sich unter (0 72 45) 26 20 beim Kindergarten melden.

 

Derweil hat das Gesundheitsamt gestern nach aufwändigen Reinigungsarbeiten am Wassersystem erneut Proben gezogen. Die Ergebnisse sollen am morgigen Mittwoch vorliegen. „Auch bei einer unauffälligen Probe hat sich der Träger dazu entschieden, am kommenden Samstag eine Hochchlorung der kompletten Anlage durch eine Fachfirma durchführen zu lassen“, erklärt Ungerer.

Keim stammt wohl doch vom Wasserrohrbruch

Inzwischen steht fest offenbar fest, dass die Krankheitssymptome – Durchfall und Erbrechen – wohl tatsächlich im Zusammenhang mit dem Wasserrohrbruch am 6. Juli bei Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet zusammenhängen. Die Analyse der Stuhlproben, die von den erkrankten Kindern und Betreuern genommen worden waren, haben einen entsprechenden Keim aufgewiesen. Unter betroffenen Eltern hatte diese Möglichkeit in der vergangenen Woche für besonders viel Unruhe und auch Unverständnis gesorgt.

Gesundheitsamt schließt Kinderhaus

Das Kinderhaus in Elchesheim-Illingen bleibt länger geschlossen als bisher angenommen: Wie Daniel Ungerer, Kindergartenbeauftragter der römisch-katholischen Kirchengemeinde Südhardt-Rhein, dem Träger des Kindergartens, gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten bestätigt, wird die Einrichtung frühestens am kommenden Donnerstag wieder öffnen können. Damit wäre der Kindergarten eine Woche lang geschlossen.

39 Kinder und zwei Erzieherinnen sind erkrankt

Am Donnerstag hatte das Gesundheitsamt des Landkreises die Einrichtung vorsorglich geschlossen, nachdem seit Dienstag 39 Kinder und zwei Erzieherinnen mit Magen-Darm-Problemen erkrankten. Kinder hätten sich spontan im Auto, daheim oder beim Einkaufen übergeben, berichtet ein betroffener Vater, der Glück gehabt hat: Da er Großeltern für die Kinderbetreuung einspannen konnte, sind seine Kinder versorgt. „Allerdings hat nicht jeder jemanden, der so schnell für die Betreuung einspringen kann“, gibt er im Gespräch mit den BNN zu bedenken.

Ursache ist noch unklar

Ursprünglich war geplant, das Kinderhaus, in dem laut Ungerer 148 Kinder betreut werden, bereits am Montag wieder zu öffnen. Dieser Plan wurde inzwischen allerdings aufgegeben: Die Vermutung, ein Noro-Virus hätte die Krankheitsfälle hervorgerufen, habe sich nicht bestätigt. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und es ist bisher wohl nicht klar, an was genau die Kinder und Betreuer erkrankt sind“, so Unger. Nachdem sich die Krankmeldungen im Kindergarten gehäuft hatten, habe das Gesundheitsamt die Eltern betroffener Kinder gebeten, Stuhlproben abzugeben – woraufhin sich vor der örtlichen Apotheke Staus gebildet haben sollen, weil alle Probenbehälter kaufen wollten.

Nun gerät das Trinkwasser ins Visier

Auf der Suche nach der Krankheitsursache gerät nun die Frischwasserversorgung ins Visier: Bei der Erschließung eines nahen Neubaugebiets sei bereits am Freitag vor einer Woche ein Wasserrohrbruch entstanden, weil eine Leitung angebaggert wurde. „Ob ein Zusammenhang mit den Krankheitsfällen in unserer Kita besteht, ist aber noch nicht erwiesen“, so der Kindergartenbeauftragte Ungerer. Sicherheitshalber werde nun aber die Trinkwasserhygiene des Kinderhauses unter die Lupe genommen: Am Wochenende sind ein Installateur und ein Trinkwasserhygieniker vor Ort und spülen sämtliche Leitungen durch. Am Montag nimmt das Gesundheitsamt dann Proben, die Ergebnisse werden voraussichtlich am Mittwoch vorliegen. „Wenn diese für uns positiv sind, also nichts gefunden wird, können wir am Donnerstag wieder öffnen“, hofft Ungerer.

Kita-Träger bemüht sich um Notbetreuung

Die Stimmung bei den Eltern der betroffenen Kindergartenkinder sei gemischt, erzählt ein Vater. „Zwar finden wir es gut, dass die Kita sicherheitshalber geschlossen wurde. Doch sollte wirklich die Wasserleitung schuld sein, dann muss ich mich fragen: ,Wie kann sowas passieren?‘“
Während am vergangenen Donnerstag und Freitag kurzfristig keine Notbetreuung eingerichtet werden konnte, arbeitet der Kindergartenträger nach eigenen Angaben derzeit an einem Betreuungskonzept für die kommende Woche. „Wir klären gerade mit der Gemeinde, wie und wo wir Räume bekommen können.“ Die Eltern würden rechtzeitig telefonisch benachrichtigt.