Kommentar
Wenn die Entsorgung des Sperrmülls zur Herausforderung wird. | Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Aufgespürt

Eine kleine Sperrmüll-Posse

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Kürzlich wurde eine Rundumerneuerung der Küche nötig: neuer Ofen, neue Spülmaschine, neuer Wasserhahn, neues Gaskochfeld. Man würde meinen, mit dem Einbau dieser Geräte sei das Maximum an Stress erreicht. Dieser Eindruck täuscht: Die wahre Anstrengung beginnt mit der Entsorgung der Altgeräte und des Verpackungsmaterials.

„Wann ist denn wieder Sperrmüll?“, frage ich. „Das dauert noch, das muss man jetzt abholen lassen“, sagt der Ehemann. Ich google und finde das Web-Formular der nicht ganz unsperrig benannten „Sperrmüll-Auftragsannahme“. Ich scrolle im Menü: Markise, Matratze, Phonoschrank… „Hier gibt’s keinen Ofen“, rufe ich. Ungeduldig kommt der Ehemann rüber. „Du bist im falschen Formular“, sagt er. Ich müsse zu: Elektrische Haushaltsgroßgeräte-Auftragsannahme.

Zurück zur „Sperrmüll-Auftragsannahme“

Ich starte von vorne. Im Menü finde ich den Ofen und die Spülmaschine. Wunderbar, Termine gibt es schon nächste Woche. Einfach am Vorabend rausstellen, erledigt. „Aber was machen wir jetzt mit dem Gaskochfeld?“ „Das ist ja kein elektrisches Haushaltsgroßgerät“, sagt der Ehemann. „Schon klar, aber können wir das mit der ausgedienten Regentonne, die noch im Keller steht, vom normalen Sperrmüll abholen lassen?“ Zurück zur „Sperrmüll-Auftragsannahme“. Im Menü sind weder Gaskochfeld noch Regentonne zu finden. Laut Formular ist in diesem Fall die Behördennummer 115 zu wählen.

„Behördennummer 115, guten Tag!“ „Guten Tag, wir haben eine Regentonne und ein Gaskochfeld für die Sperrmüll-Abholung.“ „Alles klar, kann ich Ihnen einen Termin machen.“ „Wir haben schon einen für unseren Ofen und unsere Spülmaschine, können wir den am selben Tag machen?“ „Das geht leider nicht, da müssen materialbedingt verschiedene Fahrzeuge kommen.“

Oh, und in die rote Tonne dürfen sie auch nicht?

„Und das Verpackungsmaterial, kann ich das dazustellen?“ „Nein, das müssen Sie zerkleinern und bei sich einwerfen oder zum Wertstoffhof bringen.“ „Ich habe noch eine Tüte abgeschnittener Kabel, kann ich die dazustellen?“ „Leider nein. Wir nehmen zwar Elektrokleingeräte mit bis zu 35 Zentimetern Kantenlänge kostenlos mit, Kabel gehören da allerdings nicht dazu.“ „Oh, und in die rote Tonne dürfen sie auch nicht?“ „Nein, die müssen auf den Wertstoffhof.“

„Ok, also der Ofen und die Spülmaschine werden als „Elektrische Haushaltsgroßgeräte“ abgeholt, die Regentonne und das Gaskochfeld als regulärer Sperrmüll zu einem anderen Termin, die Verpackungen muss ich zerkleinern und in unseren Wertstofftonnen entsorgen und die Tüte mit Kabeln gehört zwingend auf den Wertstoffhof, richtig?“ „Genau, haben Sie alles verstanden?“ Ja, verstanden hab ich. Verständnis eher weniger.