Tadellose Drahtesel fanden zahlreiche Kaufinteressenten beim SPD-Radmarkt, wie auch Holger van der Meer, der sich über seinen Fund freut. | Foto: Nicole Bengeser

SPD verkauft 129 Drahtesel

Gutes Rad ist beim Benefiz-Fahrradmarkt in Ettlingen nicht teuer

Von Nicole Bengeser

Für große und kleine Fahrradfreunde war am Samstag der 23. SPD-Radmarkt in Ettlingen Anlaufpunkt für Zweirad-Schnäppchen. „Wir haben 209 Fahrräder am Platz“, informierte René Asché, SPD Fraktionsvorsitzender, darunter erstmals auch mehrere Elektroräder und Pedelecs. Ein Tandem war zu entdecken, Einräder und für die Kleinsten zahlreiche Dreiräder und Laufräder. Das Kaffehäusle übernahm wie gewohnt die Bewirtung der Besucher. Für Kathrin Werner kam der Markt gelegen, ihr Rad wurde kürzlich gestohlen. Auch Sohn Moritz ging nicht leer aus, sein altes Fahrrad ist zu klein geworden.

Das hat sich richtig gelohnt

„Das hat sich richtig gelohnt“, ist das Fazit der beiden. Meike Schlager korrespondiert derweil über WhatsApp mit ihrem Mann und schickt ihm Bilder vom Fahrrad der Wahl der ältesten Tochter Smilla. „Wir waren letztes Mal schon hier, meine jüngere Tochter kam mit ihrem zu klein gewordenen Fahrrad her, das wurde dann verkauft und von dem Geld gleich ein Neues gefunden“, erzählt sie. Melanie Heidt hat derweil ihr Fahrrad verkauft und von dem Geld einen Anhänger erstanden. Premiere hat auch die Fahrradwerkstatt des AK Asyl auf dem Markt. Die vier ehrenamtlichen Helfer um Manfred Krause werfen einen Blick auf die Räder, helfen Sattel verstellen oder Luft in die Reifen pumpen. Holger van der Meer ist auf der Suche nach einem Rad, dass er wieder flott machen kann. „Meditatives Schrauben“, ist sein Hobby, erklärt er und grinst. Fündig ist er mit einem Mountainbike für 55 Euro. „Das hat Potenzial“ und wird mitgenommen. Aus Durlach sind Katrin Wessel und ihr Freund Marcel Werner zum Markt gekommen. „Ich habe hier schon mein Fahrrad gekauft“, sagt Wessel. Nun hat ihr Freund ebenso ein Fahrrad gefunden. „Um in die Arbeit zu fahren“, wie er erzählt.

Begünstigte Sozialprojekte wählten Bürger aus

Am Ende sind 129 Räder verkauft und 1 012 Euro bleiben daraus aus der Vermittlungsgebühr (zehn Prozent vom Verkaufspreis) als Spende für soziale Projekte übrig, berichtet SPD OV-Vorstand Norbert Märkle. Erstmals konnte die Bevölkerung Vorschläge einreichen, welche Projekte unterstützt werden sollen. So geht von dem Erlös eine Hälfte an den Stephanus Stift am Robberg für die Anschaffung von Therapiespielen für Demenzpatienten. Der andere Teil geht an die KJG Liebfrauen, die für ihre Jugendfreizeit dringend ein Versammlungszelt benötigen. Der Fahrradmarkt 2019 findet aufgrund der Baumaßnahmen auf dem Festplatz auf dem Dickhäuterplatz statt.