Kinderkram
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Neues aus dem Erziehungsalltag

Hallo, ich bin Dein Mom-Bot

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Standardisierte Fragen und standardisierte Antworten – wer braucht Siri, Alexa oder Google, wenn er den Mom-Bot zu Hause hat.
Teen (kommt von der Schule heim und schreit in den leeren Hausflur): „Okay Mom. Was gibt’s zu Essen?“
Mom-Bot-Stimme aus dem Nichts: „Hallo, hier ist dein Mom-Bot. Schön, dass Du wieder zu Hause bist. Was es zu Essen gibt, beantworte ich Dir nach der Teilnahme an unserer Kundenzufriedenheitsbefragung. Bitte nimm’ Dir ein paar Minuten Zeit, um „Mom“ noch besser und effizienter zu machen. Bist Du bereit?“
„…“
„Entschuldigung. Das habe ich nicht verstanden? Bist Du bereit?“
„Kannst Du nicht einfach sagen, was es zu Essen gibt?“
„Könntest Du Deine Eingabe bitte umformulieren?“
„…grrr… JA!“
„Danke. Dann lass uns gleich starten. Wie war es in der Schule?“
„WIE IMMER!“
„Das freut mich. Möchtest Du mehr darüber erzählen?“
„Nein“
„Okay. Lass uns weitermachen. Habt ihr eine Arbeit zurück bekommen?“
„Nein.“
„Kalender-Erinnerung: Die Mathematikarbeit wurde am 27. Juni geschrieben. Das Ergebnis steht noch aus.“
„So ist es.“
„Biologie am 28. Juni.“
„Wir hatten heute kein Bio.“
„Bitte wiederhole Deine Eingabe.“
„Die Stunde fiel aus.“
„Entschuldigung, aber Deine Antwort passt nicht zur Frage. Könntest Du sie bitte umformulieren?“
„Nein. Wir haben die Bio-Arbeit noch nicht rausgekriegt.“
„Danke. Ich gehe nun zur automatischen Hausaufgabenabfrage über. Hast Du Hausaufgaben?“
„Nein.“
„Das ist schön. Danke, dass Du an der Mom-Bot-Umfrage teilgenommen hast. Nun möchtest Du wissen, was es zu essen gibt?“
„Ja?“
„Keine Ahnung, frag’ doch Siri.“