Lichtblick: So heißt ein tagesstrukturierendes Angebot für chronisch psychisch kranke Menschen, für das die Diakonie Bretten für seine Außenstelle in Stutensee ehrenamtliche Helfer, vor allem für den Fahrdienst, sucht. | Foto: Thomas Reimer/Adobe Stock

„Helden und Engel“ gesucht

Diakonie in Stutensee: „Lichtblick“ mit Ehrenamtlichen

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Freiwilliges Engagement ist eine tragende Säule der Arbeit im Diakonischen Werk im Landkreis Karlsruhe – auch in der Diakonie in Stutensee-Blankenloch, die Außenstelle von Bretten ist. „Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die sich mit ihrer Persönlichkeit, ihren Erfahrungen und Ideen in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen“, so Katrin Birzele, die bei der Diakonie im Landkreis für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Helden und Engel – Engagement im Ehrenamt“, das sei in verschiedenster Art möglich, verdeutlicht sie.

„Lichtblick“ gibt es seit acht Jahren

„Lichtblick“, ein tagesstrukturierendes Gruppenangebot für schwer chronisch psychisch kranke Menschen ist beispielsweise ein Projekt der Diakonie in Stutensee, für das Ehrenamtliche gesucht werden. Den „Lichtblick“ gibt es seit acht Jahren, jeden Mittwochmorgen zwischen 9.30 und 12.30 Uhr in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes im Stutenseer Stadtteil Spöck.

In vertrautem Umfeld Beziehungen aufbauen

Die Gruppe umfasse elf „Klienten“, Männer und Frauen zwischen 40 und 75 Jahren, die keine andere Tagesgruppe in Anspruch nehmen könnten, erklärt Sozialpädagogin Alexandra Epple-Böhm. Zusammen mit Sozialarbeiterin Michaela Rapp zeichnet sie für den „Lichtblick“ verantwortlich. „Diesen Menschen soll ermöglicht werden, in einem vertrauten Umfeld Beziehungen aufzubauen, also Gemeinschaft zu erleben“, so Epple-Böhm.

Diakonie Stutensee: Fahrer gesucht

Allerdings: Zur Gruppe zu kommen, ist für sie eine fast unüberwindbare Hürde. Chronisch psychisch kranke Menschen sind oft nicht in der Lage, selbstständig öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Sei es aus Antriebslosigkeit, „vor allem aber wegen ihrer Ängste“, erklärt Alexandra Epple-Böhm. Deshalb werden von der Diakonie in Stutensee ehrenamtliche Fahrer gesucht, die sie abholen, nach Spöck und anschließend wieder nach Hause bringen.

Regelmäßig Schulungen

„Ehrenamtliche Fahrer können sich auch in der Gruppe einbringen, zum Beispiel beim Essen zubereiten, bei Gesprächen oder beim Tischkicker-Spiel“, verdeutlicht Michaela Rapp. Es wird zusammen gefrühstückt, gekocht, Spiele oder Ausflüge gemacht. Es gebe für die Ehrenamtlichen regelmäßig Schulungen, erklärt Rapp. Dabei würden Infos zu den Krankheitsbildern vermittelt und wie man mit den Menschen umgehen müsse. Das sei nicht einfach, sagt Alexandra Epple-Böhm. „Die Klienten sprechen wenig und es dauert, bis sie sich öffnen. Man muss schauen, ob das passt.“

Habe bisher schöne Erfahrungen gemacht

Bei Christiane Kausch aus Spöck hat es gepasst. Seit etwas mehr als zwei Jahren ist sie regelmäßig mit in der Organisation dabei, übernimmt aber auch Fahrdienste. Zum Beispiel wenn Ausflüge anstehen. „Jeder hat seinen Bereich, in dem er sich einbringen kann“, meint sie. „In der Regel hat man gar keine konkreten Vorstellungen, was einen erwartet. An manchen Tagen sind die Leute zu nichts zu bewegen. Aber nicht alle sind gleich und es hängt auch von der Tagesform ab“, so Kausch. „Ich habe bisher schöne Erfahrungen gemacht, da kommt auch was rüber.“

Landkreisweit hat die Diakonie rund 300 Ehrenamtliche

Stutensee ist Außenstelle der Diakonie-Dienststelle Bretten. Dort gibt es mehrere Gruppen und mit dem „Luftsprung“ im Stadtteil Diedelsheim ein ähnliches Projekt wie der „Lichtblick“, so der Brettener Dienststellenleiter Achim Lechner. „Ziel ist, chronisch kranke Menschen zu erreichen und ihnen eine Tagesstruktur zu geben.“ Landkreisweit habe die Diakonie rund 300 Ehrenamtliche, im Dienstbezirk Bretten etwa 70. „Anders geht es nicht“, sagt Lechner. Und Alexandra Epple-Böhm erklärt: „Die ehernamtlichen Helfer sollen die Hauptamtlichen nicht ersetzen sondern unterstützen.“

Ehrenamtliche werden immer älter

Die Diakonie Stutensee hat zurzeit sieben Ehrenamtliche, die für den „Lichtblick“ Fahrdienste übernehmen. Die Gruppenteilnehmer kommen aus Eggenstein-Leopoldshafen, Linkenheim-Hochstetten, Weingarten sowie Stutensee. „Drei Touren wären deshalb ideal, aber das geht nicht, weil wir nicht genug Fahrer haben“, sagt Michaela Rapp. Und: „Unsere Ehrenamtlichen sind Mitte 60 bis Mitte 70, sie werden immer älter, einer ist jetzt weggezogen. Leute im Hintergrund zu haben, würde uns enorm helfen.“ Schön wäre ein Generationswechsel, pflichtet ihr Christiane Kausch bei. „Ich bin ja auch nicht mehr die jüngste“, fügt sei schmunzelnd hinzu. „Aber“, weiß Michaela Rapp, „es ist schwer, Jüngere zu bekommen.“

Wer sich bei „Lichtblick“ der Diakonie-Außenstelle Stutensee oder anderen Projekten ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an die Dienststelle des Diakonischen Werkes Bretten (Am Kirchplatz 13) wenden. Telefon (0 72 52) 5 86 90-0; bretten@diakonie-laka.de