BNN-Projekt "Zurückgespult"
Pakete voller Filmschätze: Teresa Hermann (von links), Christine Mayer und Stefanie Bühler von der Marketingabteilung der BNN sichten die eingegangene Post zum Projekt „Zurückgespult“. | Foto: Hora

Filmschätze für „Zurückgespult

Hobbyfilmer archivierte historischen Tag

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Es war der 17. Dezember 1975, als die BNN in ihrer Karlsruher Ausgabe von „einer Abbruchaktion von so nie beobachtetem Umfang“ berichteten. Die Post ließ die alten Werkhallen der renommierten früheren Herdfabrik Junker + Ruh schleifen, Fotograf Horst Schlesiger lieferte die Bilder vom Abbruch der 17 Meter hohen Fabrikationshalle an der Bannwaldallee. Vom Unternehmen, das zu seiner Blütezeit 3000 Menschen Brot und Arbeit gegeben hatte, blieb nur die Erinnerung – und ein Super8-Film, den ein aufmerksamer BNN-Leser „seiner Zeitung“ für das Projekt „Zurückgespult“ zur Verfügung gestellt hat.

Vielleicht können Sie die

Aufnahmen gebrauchen“

So heißt es hoffnungsvoll im Begleitbrief. Und ob wir das können.
Seit die BNN vor einem knappen Monat ihr Projekt „Zurückgepult“ gestartet haben, herrscht in den Geschäftsstellen und in der Postabteilung Hochbetrieb. Denn täglich trudeln kleine und große Pakete von filmbegeisterten Lesern ein, mit leicht angejahrten Super 8-Spulen und Videokassetten. Mancher Leser, der seine „Filmschätze“ zu der geplanten DVD-Kollektion beisteuern will, hat sich sogar die Mühe gemacht, das Material auf handliche USB-Sticks zu ziehen – so wie jener Leser, der Ende der 60er-Jahren mit offenen Augen und laufender Kamera das Geschehen in seinem Wohnort dokumentierte. Und bei der kürzlichen Sichtung Tränen in den Augen hatte angesichts der Benzinpreise, die auf den Filmszenen gut zu erkennen sind.

„Zurückgespult“: das gemeinsame Projekt der BNN und ihrer Leser.

Mehr als 80 Pakete auf dem Weg

Mehr als 80 Pakete sind bereits auf dem Weg zur Sichtung und Digitalisierung. Denn bevor der fünfteilige DVD-Schuber produziert werden kann, heißt es, sich durch Abertausende Meter Film zu wühlen, die besten Szenen auszuwählen, sie inhaltlich und zeitlich zu ordnen und durch Interviews mit Zeitzeugen zu ergänzen. Die Geschichte der Region wird im Mittelpunkt der DVD-Kollektion stehen, mit den hier lebenden Menschen als Hauptdarsteller. Wir suchen nicht nur Filme zu spektakulären Ereignissen im Verbreitungsgebiet der BNN, sondern wollen das „normale Leben“ zwischen 1930 und 1990 dokumentieren.

„Zurückgespult“ als DVD

Die erste Ausbeute ist durchaus vielversprechend. Ein Wörther Leser stöberte Aufnahmen vom Jahrhunderthochwasser am Rhein auf. Ein Karlsruher war mit seiner Super8-Kamera dabei, als die Fächerstadt 1967 einen Sommer lang die Bundesgartenschau zu Gast hatte. Und ein anderer Leser dokumentierte, wie unvorstellbar leer die Autobahn während des autofreien Sonntags im Jahr 1984 war. Einen solchen Schatz, den der Eutinger Julius Stockert sein Eigen nennt, dürften aber nur die wenigsten besitzen: Der 79-Jährige überließ den BNN Aufnahmen von der Hochzeit seiner Eltern in der Pforzheimer St. Antoniuskirche – aufgenommen im August 1935, zu einer Zeit, als laufende Bilder den Betrachter noch in Erstaunen versetzten. Ein solcher Schatz muss natürlich bewahrt werden, weshalb Julius Stockert den ursprünglichen 35 Millimeter-Film schon vor über 20 Jahren auf Super8 übertragen ließ.

Suche nach Filmschätzen

Noch bis 29. April haben Sie Zeit, in aller Ruhe in ihrem privaten Filmarchiv zu stöbern. Wer kennt das nicht: Alte Videofilme vergammeln auf dem Dachboden, weil das Abspielgerät schon längst entsorgt wurde. Filmspulen schlummern in Kisten, weil man ihre Existenz längst vergessen hat. Durch das Projekt „Zurückgespult“ erwachsen solche Filmschätze zu neuem Leben, denn die Bielefelder Filmwerkstatt sucht nicht nur die Filmszenen für die DVD aus, sie digitalisiert auch das private Filmmaterial. Sie können sicher sein: Ihr Material ist zu jeder Zeit in guten Händen. Jeder Teilnehmer bekommt es im Original und digitalisiert zurück.

Informationen

Welche Filme werden gebraucht? Das Projekt der BNN mit ihren Lesern soll sechs Jahrzehnte abdecken – und zwar von den 30er-Jahren bis Ende der 1980er-Jahre. Das Format der Filme spielt dabei keine Rolle: Ob 35 Millimeter-Film, Super 8 oder Video – alles ist für die geplante DVD-Kollektion von Interesse. . Interessant sind vor allem Filme mit dokumentarischem und persönlichem Ansatz.

Wer nimmt die Filme entgegen? Gut verpackt können Sie „ihre“ Filmschätze bei den Badischen Neuesten Nachrichten abgeben – bei einer der vielen BNN-Geschäftsstellen in der Nähe. Sie können uns Ihre „Schätzchen“ natürlich auch per Post schicken:

Badische Neueste Nachrichten
Aktion: Zurückgespult
76147 Karlsruhe

Für beide Übermittlungswege gilt: Legen Sie eine kurze Beschreibung zu dem Film bei. Vergessen Sie Ihren Namen, Anschrift, Telefonnummer und gegebenenfalls E-Mail-Adresse nicht. Jeder Einsender erhält von uns eine Empfangsbestätigung. Bis zum 29. April sollten die „Filmschätze“ eingegangen sein. Im Spätherbst soll die fünfteilige DVD-Kollektion fertig sein.

Welchen Nutzer haben Sie? Jeder Teilnehmer dieses zeitgeschichtlichen Filmprojekts bekommt als Dankeschön sein eingereichtes Filmmaterial kostenlos digitalisiert. Wenn es ihre Filmszenen in die DVD-Edition „Zurückgespult“ schaffen, bekommen Sie ein Gratisexemplar und werden namentlich im Abspann erwähnt.

Weitere Informationen zum Projekt bekommen Sie über unsere Telefon-Hotline unter der (08 00) 1 11 02 11.

www.zurückgespult.de