Auf allen sieben Kontinenten will Extremsportler Norman Bücher aus Waldbronn für sein Jugendprojekt werben. | Foto: Andrea Fabry

Extremläufer Norman Bücher

In fünf Jahren um die Welt

Anzeige

Extremsportler will Jugendlichen eine Stimme geben

Seine Ausdauer ist bemerkenswert. Norman Bücher aus Waldbronn hat sich als Extremläufer einen Namen gemacht und schon zahlreiche Laufabenteuer in ganz unterschiedlichen Teilen dieser Welt bewältigt. Wenn er jetzt umsetzen kann, was er plant, dreht er sein mit Abstand größtes Rad: Über einen Zeitraum von fünf Jahren will sich der gebürtige Karlsruher bei einer Tour über knapp 20 000 Kilometer in neun Etappen durch 70 Länder in sieben Kontinenten als Jugendbotschafter engagieren und Stimmen von jungen Menschen sammeln.

Ziel: September 2023 in New York

Das Ziel seines Lebensprojekts hat er bereits vor Augen: Im September 2023 will der frühere Unternehmensberater die auf der „7 Continents World Tour“ gesammelten Anliegen der Jugendlichen bei der 78. UN-Generalversammlung an deren Hauptquartier in New York abgeben.

Erste Idee für neues Projekt kam im Jahr 2015

Der erste Gedanke an eine solche Unternehmung kam Bücher im Sommer des Jahres 2015 bei einem Aufenthalt in Leipzig. Seither ließ ihn die Idee eines solchen Projekts nicht mehr los.  Bis diese in ein konkretes Konzept mündete, vergingen rund zweieinhalb Jahre. Dabei entwickelte sich auch der Schwerpunkt, sich für Belange von Jugendlichen einzusetzen und dabei den Sport als Vehikel und Medium zu nutzen, um Themen zu transportieren.

Sport als Vehikel und Medium nutzen

Angehen will er das neue Projekt auf jeden Fall, noch ist aber nicht absehbar, wie groß das Rad letztendlich werden wird, dass er drehen kann. Das hängt unter anderem von Sponsoren und anderen Türöffnern ab. So hofft Bücher zum Beispiel auf eine Partnerschaft mit den Vereinten Nationen und auf eine Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Auftakt mit Lauf von Straßburg nach Berlin

Bis zum Herbst will der badische Extremläufer klarer sehen. Am 4. Oktober startet er zu einem 750-Kilometer-Lauf von Straßburg nach Berlin. 17 Tage hat er dafür veranschlagt, um die Strecke vom Europaparlament bis zum Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, zurückzulegen.

Sein bislang größtes Projekt: Extremsportler Norman Bücher will in fünf Jahren rund 700 Vorträge in 70 Ländern vor Jugendlichen halten. | Foto: Andrea Fabry

Das ist auch für den weitgereisten Extremläufer eine neue Erfahrung: „Einen solchen Lauf durch Deutschland hatte ich noch nie“, berichtet Bücher im BNN-Gespräch.

2019 soll es von Berlin nach Istanbul gehen

Der offizielle Start der ersten europäischen Etappe der Sieben-Kontinente-Tour ist dann im Juni/Juli des übernächsten Jahres geplant: 2019 will der Ausdauersportler von Berlin nach Istanbul laufen – 2 500 Kilometer in etwa 40 Tagen. Pro Tag werden das etwas über 62 Kilometer sein – das entspricht einem eineinhalbfachen Marathon.

Norman Bücher in der Atacama-Wüste. | Foto: Büro Bücher

In der Folgezeit will er dann in Asien (zweite und dritte Etappe), in Afrika (vier und fünfte Etappe), in Ozeanien (6. Etappe) sowie noch einmal in Europa (siebte Etappe) und schließlich in Südamerika und der Antarktis (8. Etappe) sowie zum Abschluss in Nord- und Mittelamerika starten. Das Tagespensum soll bei rund 50 Kilometer liegen. Ob er dabei auch Tretroller oder Rad fährt, lässt er noch offen. Ein motorisiertes Fortbewegungsmittel wolle er aber auf keinen Fall nutzen.

Es geht darum, die Worte junger Menschen zu verstärken

An jedem Etappenort plant Bücher, der von einem Kamerateam begleitet werden soll, Veranstaltungen mit jungen Menschen. Insgesamt könnten das an die 700 weltweit werden. Das Mikrofon ist das Symbol der Tour und für ihn so etwas wie ein Fackelstab – angelehnt an den traditionsreichen Fackellauf vor olympischen Spielen. „Es geht darum, die Worte junger Menschen zu verstärken und ihnen mehr Bedeutung beizumessen“, erläutert er seinen Anspruch.

Inhaltlich will er von der Zielgruppe, junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren, Antworten auf sieben Fragen zu den Schwerpunkten Traum, Angst, Glück, Zukunft, Natur und Veränderung sowie ihre Botschaft an die Staats- und Regierungschefs aufnehmen.

Stiftung soll Workshops und Camps für Jugendliche anbieten

Schon jetzt wirbt Bücher mit Vorträgen an Schulen für sein Projekt. Der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen auf der ganzen Welt hat er sich zudem als langfristiges Ziel gesetzt, das die „7 Continents World Tour“ überdauern soll.

Das könnte nach Ansicht von Bücher über eine Stiftung oder einen Verein geschehen. „Die Gründung der ,7 Continents Foundation‘ ist mein größter Wunsch“, betont der Extremsportler aus Waldbronn. Sie soll Workshops, Camps sowie Seminare, Mentorenprogramme und mehr für die Jugend anbieten.

Wir können einen positiven Unterschied machen

Nicht nur an den Kilometern gemessen, die Bücher für sein Projekt zurücklegen möchte, ist das noch ein sehr langer Weg. Für ihn liegt jedoch der Schlüssel für eine bessere Welt und für die Lösung vieler globaler Probleme in der Persönlichkeit jedes Menschen: „Mit unserer Denkhaltung, unseren Werten und Überzeugungen, unserem Verhältnis zur Natur, unseren inneren Einstellungen und unserer grundlegenden Sichtweise auf diese Welt können wir einen positiven Unterschied machen.“ Davon ist der ehrgeizige Ausdauersportler aus Waldbronn felsenfest überzeugt.

 

Den Job als Unternehmensberater hat der gebürtige Karlsruher an den Nagel gehängt. Norman Bücher hat dafür zwei neue Leidenschaften: Er sucht als Extremläufer immer neue Abenteuer und berichtet als Vortragsredner und Coach über seine Erfahrungen und Themen wie Motivation, Erfolg und Persönlichkeit. Seine Vorliebe für das Laufen entdeckte der in Waldbronn lebende Ausdauersportler, Jahrgang 1978, übrigens erst im Alter von 22 Jahren. Wenn er sich auf neue Projekte vorbereitet, absolviert er Läufe über 40 bis 60 Kilometer – pro Tag!  Beim Training kann man ihn im Moosalbtal, an der Teufelsmühle bei Loffenau oder auf den Höhen zwischen Murg- und Enztal, bei Gernsbach-Kaltenbronn antreffen. Wenn es sein Terminplan zulässt, geht er auch beim Baden-Marathon in Karlsruhe an den Start – in der Regel mit Rucksack, der mit einem Gewicht von bis zu zwölf Kilo gefüllt ist. Training eben. Auf seinen Touren durch die Welt hat er schon unzählige Naturschönheiten in Augenschein genommen und zum Beispiel das australische Outback passiert, ist 600 Kilometer alleine durch die Wüste Gobi oder 265 Kilometer nonstop durch das Königreich Bhutan gelaufen. Die Atacama-Wüste in Chile hat er auch schon durchquert – natürlich ebenfalls zu Fuß!