Situationskomik ist ein wesentliches Element von Kurzfilmen wie der Zwei-Minuten-Komödie "The Wedding". | Foto: IDD18

Karlsruher „Independent Days“

Filmische Strategien gegen Traurigkeit

Was ist eigentlich damit gemeint, wenn der Pfarrer bei der Trauung fragt, ob irgendjemand einen Grund wüsste, warum das anwesende Paar nicht getraut werden soll? Und was passiert, wenn sich da jemand zu Wort meldet? Sehr vergnüglich behandelt werden diese Fragen im britischen Kurzfilm „The Wedding“, der beim Karlsruher Filmfestival „Independent Days“ mit gerade mal zwei Minuten einer der allerkürzesten Beiträge sein dürfte. Das Festival bietet aber auch Produktionen in gewohnter Kinolänge, etwa die bissige deutsche Komödie „Oskar“, die mit Jutta Speidel in einer Nebenrolle aufwarten kann und am Samstag, 21. April, um 17 Uhr in Karlsruhe ihre Premiere erlebt.

Langfilm mit Prominenz: Jutta Speidel spielt eine schrille Mutter in der bissigen Komödie „Oskar“. | Foto: IDD18

141 Kurzfilme in 15 Programmblöcken sowie zehn Langfilme werden vom 18. bis zum 22. April im Karlsruher Kino Schauburg gezeigt. „Wir freuen uns sehr und sind gespannt auf die Begegnungen, die sich ergeben“, sagt Oliver Langewitz. Denn es gehöre zu den Besonderheiten des Festivals, dass viele der internationalen Filmemacherinnen und Filmemacher ihre Werke persönlich vorstellen, so der Leiter des veranstaltenden Filmboards Karlsruhe: „Unter anderem haben wir Anmeldungen aus Rumänien, Indien und sogar aus Saudi-Arabien.“

Frauen in Filmbranche

Bevor am Mittwoch um 17 Uhr der erste Kurzfilmblock mit Beiträgen aus Deutschland, Tschechien, Schweden, Italien, Belgien, England, Spanien und dem Iran beginnt, geht es in einer Podiumsdiskussion ab 15.30 Uhr um die Rolle von Frauen in der deutschen Filmwirtschaft. „An den Filmhochschulen ist das Geschlechterverhältnis meist noch ausgeglichen, im Berufsleben sind die Schlüsselpositionen dann aber deutlich von Männern dominiert“, erklärt Langewitz.

Auftakt mit Kurzfilmen

Der erste Festivalabend steht mit zwei Kurzfilmblöcken (19.15 und 21.15 Uhr) im Zeichen des Rennens um den Publikumspreis und wird abgerundet durch den portugiesischen Langfilm „Una Vida Sublime“ (23.15 Uhr) über einen Therapeuten, der Strategien gegen Traurigkeit entwickelt hat.

Unterhaltung und Engagement

Eine gute Strategie gegen Traurigkeit dürften auch etliche der auf eine Pointe zusteuernden Kurzfilme sein. Das Programm zeigt sich aber auch engagiert, etwa mit Filmen über den Rechtsruck in der Gesellschaft. So dreht sich der erste Film im Eröffnungsblock, „Zu Hause in Deutschland – Die Leitkultur Weimar“ von Rebecca Stöhr, um Vertreter der „identitären Bewegung“ in der Provinz.

Eva Croissant tritt bei der Abschlussgala auf und wird in einem Kurzfilm porträtiert. | Foto: Meyer

Die von Markus Brock moderierte Abschlussgala am Samstag, 19.30 Uhr, hat mit Eva Croissant eine musikalische Größe aus der Region zu Gast. Die Singer/Songwriterin begleitet den Abend musikalisch, ist aber auch auf der Leinwand zu sehen: Sie wird porträtiert in dem Kurzfilm „#GirlPower“, der am Gala-Abend Premiere hat.

Elf Preise werden vergeben

Bei der Gala werden elf Auszeichnungen vergeben – vom Filmpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe über den Filmpreis der Stadt Karlsruhe und den Georg-Fricker-Filmpreis für die beste osteuropäische Kurzfilmproduktion bis zum von den BNN gestifteten „Best Short Short-Award“, dessen Nominierte übrigens in einem Best-of-Block am Sonntag ab 19.15 Uhr zu erleben sind.

Hier geht’s zur Festival-Homepage.