Vornehmlich Autoscheiben nahmen die mutmaßlichen Scheiben-Täter unter Beschuss. Zwischenzeitlich sind über 200 Schäden bekannt. | Foto: Polizei

Scheiben-Täter

Inzwischen über 200 Schadensfälle

Die Zahl der Glasschäden, die den mutmaßlichen Scheiben-Tätern zugeschrieben werden, steigt und steigt. Zuletzt waren die Ermittler von rund 150 zerstörten Scheiben, vornehmlich an Autos in der Region,  ausgegangen. Inzwischen berichten Polizei und Staatsanwaltschaft von über 200 Schäden – unter anderem in Karlsruhe, Ettlingen Malsch, Rheinstetten und Durmersheim. Der Sachschaden dürfte demnach zwischenzeitlich bei weit über 100000 Euro liegen.

Auch auf Menschen gezielt

Das  unter Verdacht stehende Quartett aus zwei 15-Jährigen, einem 16- sowie einem 19-Jährigen hat dabei nicht nur Autogläser  sowie Scheiben von Gebäuden und Buswartehäuschen zerbersten lassen, sondern auch auf mehr Menschen gezielt als bislang angenommen. Dazu suchen die Ermittler nach wie vor Zeugen.
Inzwischen habe sich eine 53-jährige Frau aus Malsch gemeldet, die demnach aus einem fahrenden Auto beschossen wurde. Sie habe aber nur gespürt, dass etwas an ihrer Jacke abgeprallt sei. Einer der beiden 15-Jährigen aus der Viererbande habe die Tat eingeräumt.

 

Mit Softairwaffen haben die mutmaßlichen Scheiben-Täter Stahlkugeln abgeschossen. Diese Waffe ähnelt einem Maschinengewehr.
Mit Softairwaffen haben die mutmaßlichen Scheiben-Täter Stahlkugeln abgeschossen. Diese Waffe ähnelt einem Maschinengewehr. | Foto: Polizei

Die zwei Jugendlichen sowie ihre 16- und 19-jährigen Kumpel sollen abwechselnd mit den Softairwaffen aus einem Auto Stahlkugeln abgeschossen haben. In Malsch soll am 25. Dezember eine Radfahrerin auf der Adlerstraße vor der Sparkasse von einer Kugel getroffenen worden sein, kurze Zeit später eine Fußgängerin auf der Hauptstraße.

Weitere Passanten sollen in Karlsruhe-Beiertheim an einer Haltestelle beim sogenannten Bulacher Loch und in der Ettlinger Friedrichstraße bei der Friedrichsbrücke Personen ins Visier der Schützen geraten sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Erste Fälle von zerstörten Autoscheiben waren bereits Mitte Dezember bekannt geworden. Gut vier Wochen danach hatte die Polizei die vier jungen Täter überführt, die demnach wechselseitig mit Softairwaffen aus einem fahrenden Auto heraus geschossen haben.

 

Aus blinder Zerstörungswut haben junge Männer in der Region mit solchen Kugeln vornehmlich auf Autoscheiben gezielt, aber auch auf Menschen.
Aus blinder Zerstörungswut haben junge Männer in der Region mit solchen Kugeln vornehmlich auf Autoscheiben gezielt, aber auch auf Menschen. | Foto: Polizei

Aus Angst, dass der eigene Wagen Zielscheibe werden könnte, hatten vor allem in Etllingen und Malsch zahlreiche Autobesitzer ihre Wagen nicht mehr am Straßenrand geparkt, sofern sie über einen Stellplatz in einer Garage oder in einem Hof verfügten.
Zeugen können sich beim ermittelnden Polizeirevier in Ettlingen unter Telefon (0 72 43) 3 20 00 melden.