In der Karlsruher Ditib-Moschee sollen laut einem Bericht des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums Kriegsspiele stattgefunden haben. Ditib weist das zurück. | Foto: Deck

Ditib weist Bericht zurück

„Keine Kriegsspiele in Karlsruher Moschee“

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Die Ditib-Gemeinde hat Berichte zurückgewiesen, wonach sie in ihrer Moschee in der Oststadt Kriegsspiele mit Kindern veranstaltet haben soll. Die Karlsruher CDU hatte nach einem Bericht des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums Aufklärung von der Gemeinde gefordert. Nach Informationen des Ministeriums soll es im Jahr 2017 in der Karlsruher Moschee eine Aufführung mit Kriegsspielen gegeben haben. Kinder sollen mit Waffenattrappen und Kampfuniformen eine militärische Parade absolviert haben. Offenbar habe es sich bei der Veranstaltung um eine Märtyrer-Gedenkfeier an die Schlacht im März 2015 um Gallipoli im Ersten Weltkrieg gehandelt, so der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp. In Nordrhein-Westfalen hätten mehrere solcher Veranstaltungen stattgefunden, die das Ministerium als kritisch einstuft. Hintergründe zu dem Karlsruher Fall waren am Freitag aus dem Düsseldorfer Ministerium nicht zu bekommen.

Ditib spricht von Verleumdung

„So etwas hat in Karlsruhe nicht stattgefunden“, sagt dazu der stellvertretende Vorsitzende des Ditib-Landesverbandes Baden, Fatih Sahan, auf BNN-Anfrage. Der Landes- und auch der Bundesverband hätten sich bereits von den Geschehnissen in Nordrhein-Westfalen distanziert, so Sahan weiter. In Karlsruhe sei jedoch definitiv nichts Vergleichbares vorgefallen. Sahan wirft dem CDU-Kreisvorsitzenden Ingo Wellenreuther in diesem Zusammenhang eine „Verleumdungskampagne“ vor. Wellenreuther hatte sich zuvor in einem Schreiben auf den Bericht des Düsseldorfer Integrationsministeriums berufen. Es sei „inakzeptabel und untragbar, kleine Kinder für solche kriegs- und gewaltverherrlichenden Spiele zu missbrauchen“, so der CDU-Politiker. Neben Karlsruhe habe es auch weitere Vorfälle in Baden-Württemberg gegeben.

Ditib will eine neue Moschee bauen

Ditib will in Karlsruhe eine neue Moschee bauen. Zuletzt wurde über die Höhe des geplanten Minaretts debattiert. Ditib schwebte eine Höhe von 35 Metern vor. Nach Prüfung des Bauordnungsamts soll dieses aber nur in einer Höhe von 28 Metern genehmigt werden, was Ditib auch akzeptiert.