Wahrzeichen des Albtals: Die Ruine von Kloster Frauenalb. | Foto: Obert

Zahl der Besucher nimmt zu

Kloster Frauenalb ist ein Juwel in der Region

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„Wer um die Mitte des 18. Jahrhunderts von Ettlingen auf rauhem Fußpfad der Alb entlang aufwärts wanderte, mag wohl staunend den Schritt gehemmt haben, wenn er um eine Talwindung biegend, von Ferne zum ersten Mal das stattliche Kloster Frauenalb erblickte.“ Was Geheimrat Karl Obser 1918 in einem Beitrag zur Baugeschichte des Klosters Frauenalb schrieb, gilt, genauso für die heutige Ruine: Sie ist wohl das beeindruckendste Bauwerk des Albtals.

„Klostergeist“ Gerhard Stöckle geehrt

 

Dass sie noch einigermaßen ansehnlich dasteht, ist auch dem „Klostergeist“, Architekt Gerhard Stöckle, der heute Abend für sein ehrenamtliches Engagement zum Erhalt der noch vorhandenen Reste des Klosters geehrt wird, zu verdanken. Stöckle sieht es dagegen als Verdienst der Stiftung Frauenalb, getragen von den Städten Karlsruhe (45 Prozent Anteil) und Ettlingen (Zehn Prozent) und dem Landkreis Karlsruhe (45 Prozent) an, dass Geld zum Erhalt der Ruine da ist. Stöckle ist zu „vornehm“, um anzumerken, dass das Bauwerk des berühmten Architekten Peter Thumb mehr finanzielle wie ideelle Aufmerksamkeit verdient hätte. Der Enthusiasmus aus den 80er Jahren als ein Bürgermeister Bernhard Becker (Marxzell), ein OB Vetter (Ettlingen) und Kammersänger Herrmann Becht (Marxzell). Die Idee kreierten, für junge angehende Architekten einer Hochschule einen Ideenwettbewerb für eine neue Überdachung des Kirchenschiffs auszuschreiben, scheint verflogen.

Pläne für Überdachung der Ruine Kloster Frauenalb nie realisiert

Damit wollte man die Sommerkonzerte dort wetterunabhängiger machen. Die Region sei sich zu wenig bewusst, so der frühere Kreisrat Hermann Heil aus Rheinstetten, der in dem Karlsruher Landkreis-Gremium in den 80er und 90er Jahren den Erhalt der Anlage unterstützte, welches Juwel sie habe. Beleg dafür sei, dass in der Stadt Karlsruhe, einer der Hauptträger der Anlage, bei erst kurze Zeit zurückliegenden Etatberatungen darüber nachgedacht wurde, den äußerst bescheidenen jährlichen Beitrag für die Stiftung Frauenalb zu streichen.

Finanzierung durch die Stadt Karlsruhe wackelte

Erst die glückliche Fügung – es floss über einen Nachlass einer Erblasserin Geld – habe garantiert, weiß Stöckle zu berichten, dass Karlsruhe weiter einige Jahre finanziell an Bord ist. Und es geht um vergleichsweise geringe Summen: So kommt von den Trägern jährlich knapp 15 000 Euro: Karlsruhe zahlt 6 400 Euro, der gleiche Betrag kommt vom Kreis und von Ettlingen 1 800 Euro. Das Geld, so Stöckle, wird für Grünpflege, Mauerwerk-Sanierung oder Entfernung aus Fugen sprießender junger Bäume verwendet. Dieses Jahr freute er sich zusätzlich über 25 000 Euro, für die neue Treppe zur Krypta und den Einbau neuer Entwässerungsrohre im Kirchenraum. Stöckle: „Das Geld ist gut angelegt.“ Jedes Jahr steige die Besucherzahl im Kloster Frauenalb. Nicht wenige Experten sind der Auffassung, Frauenalb, den Äbtissinnen-Garten eingeschlossen, hätte als barocke Anlage einen ähnlich hohen Stellenwert wie Bruchsal oder Schwetzingen, wenn mehr Menschen in der Region sich für das Bauwerk engagierten.