Kommentar
Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Kommentar

Neonazis im Betriebsrat: Achtung Rechtsverkehr

Anzeige

Zugegeben, in den letzten Monaten hat sich die deutsche Automobilindustrie nicht mit Ruhm bekleckert.

Rechtsverkehr im Betriebsrat

Doch abseits von Dieseldreck und Schummelsoftware bauen die Arbeiter von Daimler, VW, BMW & Co. verdammt gute Autos.

Und sie tun das in einem kollegialen Zusammenwirken von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und Kulturkreisen gemeinsam an einem Band stehen und arbeiten.

Fremdenfeindlicher Spaltpilz

Deshalb trifft es die Gesellschaft ins Herz, wenn sich ausgerechnet dort, wo Integration so gut funktioniert, wie sonst nur unter Vorschülern und Jugendfußballern, ein rechtsradikaler und fremdenfeindlicher Spaltpilz auszubreiten versucht.

„Patrioten für Arbeitsplätze“

Sie nennen sich selbst „Patrioten für Arbeitsplätze“ und sind doch nichts anderes als die neue Speerspitze einer rechtsgerichteten Bewegung, die für ewiggestrige Ansichten, Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit steht.

Am Werkstor verheimlichen sie noch, wes Geistes Kind sie eigentlich sind.

Rechte formieren sich

Doch im Internet formieren sie sich, Seit’ an Seit’ mit den Dauerprotestierern der islamfeindlichen Pegida, den Rechtsaußen der Rechtspartei um Björn Höcke, und den Vertretern der Nadelstreifen-Nazis, mit dem Pforzheimer Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact, Jürgen Elsässer, an der Spitze.

Gewerkschaftsfeindliche „Arbeiterführer“

Auf den Internetseiten einer euphemistisch „Bürgernetzwerk“ genannten Hetzplattform finden sie sich zusammen, kahlköpfige Schläger, pseudowissenschaftliche Publizisten, demokratiefeindliche Politiker, antiislamistische Wutbürger und eben gewerkschaftsfeindliche „Arbeiterführer“.

Neonazis wollen in den Betriebsrat

In modern aufgestellten und progressiv anmutenden Strukturen verbünden sich Rechtsausleger, die die Republik schon seit Jahren heimsuchen und Rattenfänger, die ihre große Stunde wittern.

Die Lebensläufe der Listenführer dieses „Zentrum Automobil“ in Untertürkheim und Rastatt verraten:

Hier sind keine engagierten Arbeitnehmervertreter am Werk, sondern abgehalfterte Neonazis, die mit ihren bisherigen Unterwanderungsversuchen gescheitert sind.

Da verblasst der Dieselskandal

Sollten ausgerechnet in der bei Entwicklung, Produktion und Vertrieb grenzenlos internationalistisch aufgestellten Automobilindustrie diese Fremdenfeinde Fuß fassen, dann ist für die Konzerne der Dieselskandal bald schon das kleinere Problem.