„Babylon Berlin" für die Ohren: Das Hörspiel „Der nasse Fisch“ (Studioszene mit Peter Lohmeyer, Peter Sattmann, Alice Dwyer, Ole Lagerpusch und Udo Schenk) beruht auf der gleichen Romanvorlage. | Foto: SWR/RB/Ghandtschi

ARD-Hörspieltage in Karlsruhe

Einmischung ist ausdrück­lich erwünscht

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„Babylon Berlin“ gibt’s auch für die Ohren. Zwar unter anderem Titel, aber ebenfalls erfolgreich. „Der nasse Fisch“ heißt die Hörspieladaption des gleichnamigen Romans von Volker Kutscher heißt, nach dem die derzeit viel beachtete TV-Serie entstand.

„Audio im Aufwind“

Das vierstündige Werk wird bei den kommenden ARD-Hörspieltagen im Karlsruher ZKM bei einer langen Kriminacht zu hören sein wird (9. November, 22 Uhr). In der ARD-Audiothek wurde es bereits 150 000-mal abgerufen. Diese beachtliche Zahl stützt die Beobachtung, die SWR-Kulturwellenchef Gerold Hug gemacht hat: „Video stagniert seit einiger Zeit im Internet, Audio hat dafür Aufwind gehabt.“

Nahe an der halben Million

Hug verweist dafür auf den Erfolg der Audiothek-App: An den Start ging dieses Angebot der ARD-Anstalten bei den Hörspieltagen im vergangenen Jahr. Mittlerweile, so Hug, stehe man bei den Downloads kurz davor, die Marke der halben Million zu knacken. „Die Quiz-App von Jörg Pilawa hat etwa eine Million“, ordnete er die Dimension der Nachfrage ein.

„Hörspiel macht Schule“

Das Hörspiel ist also alles andere als ein Auslaufmodell. Dies will das Festival auch in der nächsten Ausgabe vom 7. bis 11. November beweisen. Zum einen mit den zwölf Stücken im Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis. Aber auch durch eine verstärkte Einbindung des Publikums in die Diskussion mit Machern und Juroren – gemäß der Aufforderung „Publikumseinmischung erwünscht!“ aus dem Programmzettel zum Fachtag „Hörspiel macht Schule“, der am Eröffnungstag (7. November) von 10 bis 17 Uhr Diskussionen, Vorträge und Arbeitseinblicke gibt.

Etliche Live-Angebote

Eröffnet wird das Festival am 7. November um 18 Uhr mit einer radiofonen Performance von Martin Daske, bevor ab 19 Uhr mit „Unbekannte Meister 4“ von Jakob Nolte das erste Wettbewerbshörspiel vorgestellt wird. Auch an den weiteren Tagen gibt es performative Beiträge im Rahmenprogramm, etwa Paul Plampers begehbare Hörspiel-Installation „Der Absprung“ im HfG-Lichthof (8. November, 13 und 21 Uhr; 10., 19.30 Uhr). Das Live-Hörspiel „Moabit“ (9., 21 Uhr) erzählt die Vorgeschichte von „Berlin Babylon“, ebenfalls nach einem Text von Volker Kutscher.

Kinderhörspieltag

Zum Kinderhörspieltag (10. November, 10 bis 17 Uhr) gehört das traditionelle Live-Musikhörspiel im Lichthof der HfG. Aufgeführt wird diesmal „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“ nach Christine Nöstlinger (11 und 14 Uhr). Erstmals gibt es ein weiteres Live-Stück im ZKM-Medientheater, präsentiert von Lars Reichow und dem SWR Vokalensemble („Der Kaisers neue Kleider“, 12.30 und 16.15 Uhr).

Abstimmung im Netz

Zu den fünf Preisen des Festivals gehört der Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe. Über dessen Gewinner entscheidet diesmal die vierte Klasse der Waldschule Neureut. Im Rennen um den Publikumspreis gehen die Wettbewerbsstücke ab 23. Oktober im Internet unter hoerspieltage.ard.de.