Blumenverkäuferin mit Veilchen: Anna Winter spielt im Musical "Der kleine Horrorladen" die naiv-herzensgute Audrey. | Foto: Kohler

Karlsruher Musicaldarstellerin

Blumenfee im Horrorladen

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„Am liebsten würde ich die Audrey mal in den Arm nehmen und trösten“, sagt Anna Winter über die Figur, die sie derzeit am Kammertheater Karlsruhe spielt. Audrey, das ist die naive Blumenverkäuferin in dem Kultmusical „Der kleine Horrorladen“, die bei ihrer verzweifelten Suche nach „Mr. Right“ immer wieder an die falschen Typen gerät und dementsprechend das halbe Stück über mit einem blauen Auge herumläuft. „Sie träumt von Normalität, ohne genau zu wissen, was das ist“, sagt Winter über Audrey. „Dadurch ist bei ihr vieles gewollt und nicht gekonnt – das macht sie schon fast tragisch.“

Sehr gekonnt freilich ist Winters Interpretation dieser Figur, die tatsächlich zu Herzen geht. Dass sie ihre erste Hauptrolle nach der Musical-Ausbildung gleich in ihrer Heimatstadt spielen würde, hat Anna Winter selbst überrascht. Wobei der „Horrorladen“ bereits ihr zweites Engagement in Karlsruhe ist: Bereits im Herbst 2015 hatte sie am Staatstheater Premiere, wo sie im Klamauk-Musical „Spamalot“ zum Tanzensemble gehört und als „Dance-Captain“ die choreografischen Abläufe pflegt.

Im Staatstheater-Musical "Spamalot" wirkt Anna Winter (Mitte) als "Dance-Captain" mit.
Im Staatstheater-Musical „Spamalot“ wirkt Anna Winter (Mitte) als „Dance-Captain“ mit. | Foto: Grünschloß

Erfahrungen im Musical hatte Anna Winter schon vor ihrer Ausbildung an der renommierten Folkwang-Hochschule in Essen gesammelt: Ihre Begeisterung für das Genre entdeckte sie als Kind, als ihre Mutter sie nach Stuttgart zu „Cats“ mitnahm, und während der Schulzeit nahm sie nicht nur zweimal pro Woche Gesangs- und Tanzunterricht, sondern wirkte auch bei dem überregional beachteten Projekt „Auf den Flügeln der Zeit“ mit, das 2011 unter anderem im Konzerthaus Karlsruhe gastierte.

Am Kammertheater gefällt Anna Winter unter anderem der familiäre Umgang miteinander.
Am Kammertheater gefällt Anna Winter unter anderem der familiäre Umgang miteinander. | Foto: Jüttner

Was sie seinerzeit bei „Cats“ sofort für Musicals eingenommen hat, war allerdings nicht der Traum von einer Glamourwelt im Showbusiness: „Es hat mich begeistert, wie wichtig in dieser Show jeder Einzelne ist – wenn man da nur ein einziges Rädchen rauszieht, bricht das ganze Gebilde zusammen“, beschreibt sie ihren Eindruck. „Dadurch hatte das Ganze etwas sehr Familiäres, und das erlebe ich jetzt auch in der Praxis so: Man arbeitet sehr intensiv mit einer Gruppe Menschen zusammen, die man dabei privat kennenlernt und denen man auf der Bühne aber in ganz anderen Charakteren begegnet.“ An einer kleinen Bühne wie dem Kammertheater sei dieser familiäre Faktor besonders hoch: „An großen Häusern sieht man die Kollegen oft erst beim Soundcheck. Dadurch, dass wir uns hier um vieles selber kümmern müssen, kommt man viel früher zusammen und kennt auch wirklich alle am Haus mit Namen.“

(Das ganze Portrait lesen Sie in der Print-Ausgabe der BNN vom 3. Januar 2017, Ausgabe Karlsruhe, „Kultur in Karlsruhe“.)

Termine

„Der kleine Horrorladen“ am Kammertheater: Bis 7. Januar täglich 19.30 Uhr, 8. Januar 18 Uhr. 15. Februar bis 12. März mittwochs bis samstags 19.30 Uhr, sonntags 18 Uhr.
„Spamalot“ am Badischen Staatstheater: 19. Januar, 15. März, jeweils 19.30 Uhr.

Hier geht’s zum „Horrorladen“ im Kammertheater.

Und hier zu „Spamalot“ im Staatstheater.