69. Berlinale - Jury
Die Berlinale-Jury: Trudie Styler (unten l-r), Juliette Binoche, Sebastian Lelio, Rajendra Roy (oben l-r), Sandra Hüller und Justin Chang. | Foto: Jens Kalaene

Filmfestival

Die sechsköpfige Jury der Berlinale

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Berlin (dpa) – Die beliebten Bären werden während der Berlinale von einer internationalen Jury vergeben. Dazu gehören sechs prominente Filmschaffende.

JULIETTE BINOCHE hat die Rolle der Jury-Präsidentin übernommen. Die 54-Jährige verbindet viele Erinnerungen mit der Berlinale. «Die Nacht ist jung», einer ihrer ersten wichtigen Spielfilme, lief hier 1987, sechs Jahre später «Die Liebenden von Pont-Neuf». 1993 erhielt die gebürtige Pariserin ihre erste Auszeichnung in Berlin. 1997 war dann das Jahr ihres großen Triumphs: Binoche bekam den Silbernen Bären als beste Schauspielerin für ihre Verkörperung der Krankenschwester Hana in der Romanverfilmung «Der englische Patient». Weltweit folgten Preise für diese Rolle, auch ein Oscar als beste Nebendarstellerin.

JUSTIN CHANG ist auf einer anderen Seite des Filmzirkus bekannt geworden. Die Filmkritiken des US-Amerikaners sind in zahlreichen Medien zu hören und zu lesen. So bespricht Chang Filme für die Radioprogramme Fresh Air und FilmWeek. Seit 2016 schreibt er für die «Los Angeles Times». Davor war er auch Kritiker für «Variety». Der «Los Angeles Press Club» zeichnete Chang als Filmkritiker des Jahres aus.

SANDRA HÜLLER kommt vom Theater. Die Schauspielerin stand in Jena, Leipzig und Basel auf der Bühne, bevor sie 2006 mit «Requiem» einem größeren Publikum auch per Film bekannt wurde. Für die Rolle wurde sie mehrfach ausgezeichnet, auch den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin konnte sie sich sichern. Ihrer Darstellung der Tochter in «Toni Erdmann» wurde mit drei Auszeichnungen geehrt. Im vergangenen Jahr war sie bei der Berlinale mit «In den Gängen» zu sehen.

SEBASTIÁN LELIO hat 2005 mit seinem Spielfilmdebüt «La Sagrada Familia» erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Der chilenische Regisseur gilt als wichtiger Vertreter der Zeit nach dem Ende der Diktatur in seinem Land. Zunächst produzierte er Kurzfilme und Dokumentationen. Mit «Gloria» nahm er 2013 erstmal am Wettbewerb in Berlin teil, vier Jahre später gab es für ihn bei der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch von «Una mujer fantástica», der auch mit dem Teddy für den besten Queer Film ausgezeichnet wurde.

RAJENDRA ROY steht für den wissenschaftlichen Umgang mit Filmen. Der US-Amerikaner ist als Filmkurator im New Yorker Museum of Modern Art für eine Sammlung von 27.000 Werken verantwortlich. Als Mitherausgeber fungierte er 2013 für den Band «The Berlin School: Films from the Berliner Schule». Festival-Erfahrung bringt Roy auch aus seiner Zeit als Programmchef und künstlerischer Leiter des Hamptons International Film Festival (2002-2007) mit. Davor arbeitete er mit am Filmprogramm des Solomon R. Guggenheim Museum.

TRUDIE STYLER begann ihre Film-Karriere als Schauspielerin. Die mit dem Musiker Sting verheiratete Britin spielte in der Royal Shakespeare Company sowie zahlreichen TV- und Kinofilmen. 1990 begann sie damit, Filme zu produzieren. Ihre Dokumentation «Moving the Mountain» erhielt 1995 den Preis der Ökumenischen Jury bei der Berlinale. Ihr Spielfilm-Regiedebüt «Freak Show» war 2017 erstmals während der Berlinale zu sehen. Styler ist Unicef-Botschafterin und hat die Rainforest Fund zum Schutz des Regenwalds im brasilianischen Amazonas-Gebiet mitgegründet.