Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk wird 70 Jahre alt. | Foto: Kaiser/dpa

Denker wird 70 Jahre alt

Ehrung für Philosoph Peter Sloterdijk

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Mit einem dreitägigen Symposion im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) wird der international bekannte Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk geehrt. Der bedeutende und viel diskutierte Denker und Autor wird am kommenden Montag 70 Jahre alt.

Zahlreiche Vorträge im ZKM

Unter dem Motto „Von Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben“, behandeln am Samstag und Sonntag insgesamt 18 Vortragende die unterschiedlichen Aspekte des umfangreichen Schaffens von Sloterdijk. Das Themenfeld reicht hierbei von den philosophischen über die literarischen, ökonomischen und ökologischen sowie kunsttheoretischen bis zu den politischen und religionsanalytischen Aspekten seines Werks. Das Symposion findet am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 10 und 18 Uhr statt, der Eintritt hierzu ist für interessierte Zuhörer frei.

„Umfassende Erziehung zur Erkenntnis“

In seinem Grußwort zur Eröffnung erklärte ZKM-Vorstand Peter Weibel, Sloterdijk habe „dem Denken eine neue Sprache und der Sprache ein neues Denken“ verliehen. Sein Werk sei „eine umfassende Erziehung zur Erkenntnis“. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup verwies auf die Ambivalenzen in der öffentlichen Wahrnehmung des Wirkens von Sloterdijk, der den einen als Kommunist, den anderen als Rechtskonservativer gelte.

Der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz sagte in seinem Vortrag „Der souveräne Denker“, jedes Buch von Sloterdijk sei „ein intellektueller Präventivschlag“. In einer Zeit, in der abweichende Meinungen stärker sanktioniert würden als abweichende Handlungen, bestehe Sloterdijk das „Abenteuer der Isolationsangst“.

Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, wurde 1983 mit seinem Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ schlagartig bekannt. Seither haben seine Veröffentlichungen immer wieder Diskussionen ausgelöst. Von 2001 bis 2015 war er Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung.

 

Weitere Berichte hierzu gibt es auf einer Sonderseite in der BNN-Samstagsausgabe sowie auf der Kulturseite in der Montagsausgabe