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Funke springt sofort über

Fanta 4 in Klosterruine bei Calw: Starke Hip-Hop-Party in historischer Kulisse

Konzertstimmung fast wie vor Corona: In der Klosterruine Calw-Hirsau traten die „Fantastischen Vier“ vor knapp 1.000 nach 3G-Regel eingelassenen Ticketgewinnern auf.

Viel Spielfreude und große Nähe zu den Fans machte das Konzert der Fantastischen Vier in der Klosterruine Calw-Hirsau zum besonderen Erlebnis. Die 999 Besucher hatten die Tickets gewonnen, der Einlass erfolgte gemäß der 3G-Regel. Foto: Andreas Jüttner

„Stadion kann ja jeder. Kloster muss man sich verdienen“, ruft Michi Beck ins Mikrofon. Es ist Dienstagabend, kurz nach 21 Uhr, und ein fulminantes Konzert der Fantastischen Vier geht in die Endrunde.

In der Klosterruine Calw-Hirsau, einer auf das späte 11. Jahrhundert zurückgehenden weitläufigen Anlage, haben die Pioniere des deutschen Rap ihre Kurztournee „Morgen kann kommen“ eröffnet.

Vor laut Veranstalterangaben 999 Besuchern, die ihre Karten per Verlosung gewonnen hatten und nach der 3G-Regel eingelassen wurden.

Organisiert wurde die Tour im Rahmen einer Kooperation der Band mit dem Bundesverband der Volksbanken-Raiffeisenbanken. Wer dabei sein wollte, konnte ein Video mit einer Zuversichts-Botschaft einschicken oder weitere Verlosungsoptionen nutzen – für das Konzert in Calw auch über die BNN.

Man ist hier viel näher an der Band als zum Beispiel in der Schleyerhalle.
Silke Bott, BNN-Leserin und Kartengewinnerin

Zu denen, die hierbei zu zwei Tickets kamen, gehört Leserin Karin Barth aus Gaggenau, die sich mit ihrem Mann nach dem Konzert begeistert zeigt: „Wir sind große Fans von Livemusik“, so Barth. „Das war unser erster Termin seit Beginn der Pandemie, und das gleich mit einer so starken Konzertband.“ Silke Bott aus Östringen stimmt zu und kann als Fanta-4-Fan auch Vergleiche ziehen: „Der Spielort ist auch großartig, man ist hier viel näher an der Band als zum Beispiel in der Schleyerhalle.“

Funke springt sofort über

Dank dieser Nähe springt der berühmte Funke zwischen Bühne und Publikum auch sofort über. Vom Beginn mit „Bring it back“ bis zur abschließenden Zugabe „Troy“ toben Michi Beck, Smudo und Thomas D. wie entfesselt über die Bühne und kriegen das Grinsen kaum aus dem Gesicht. Beat- und Soundbastler And.Y hält sich wie gewohnt (und auch wie im BNN-Interview) dezent im Hintergrund, strahlt aber beim Abschiedswinken genau so glücklich in die Menge.

Von langer Bühnenabstinenz ist nichts zu bemerken: Die rasanten Reime sprudeln passgenau wie eh und je, die ab und an eingesetzten Schritt-Choreografien sitzen 1a. Die fünfköpfige Begleitband spielt seelenvoll und zugleich so präzise, dass immer wieder Stücke ohne Atempause aneinandergefügt werden. Dank dieses Tempos kann Smudo schon nach gut 20 Minuten augenzwinkernd „den vorgezogenen Höhepunkt des Abends“ ankündigen – es folgt der allererste Hit „Die da?!“.

Von Partyspaß bis zu klarer Kante

Doch wer denkt, es ginge hier nur im Schweinsgalopp durch die größten Erfolge, wird spätestens bei einer überwältigend dynamischen Version des Rockers „Ernten was wir säen“ (samt grandiosem Gitarrensolo) eines besseren belehrt. Vom Partyspaß früher Tracks wie „Jetzt geht’s ab“ bis zur klaren Kante gegen Populismus in „Endzeitstimmung“ fügen sich Stücke aus drei Jahrzehnten zu einem schlüssigen und gegenwärtigen Ganzen.

Und weil es zum lebensbejahenden Prinzip der meisten Fanta-Songs gehört, nach vorn zu blicken (was auch zum Tourmotto „Morgen kann kommen“ passt), steht der neueste Song gar nicht auf der Setlist: die Pandemie-Single „Irgendwann“. Nur Smudo sagt kurz ein paar Worte zum Thema Impfen und resümiert: „Ihr müsst nicht. Aber ich find’s gut.“

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