Skip to main content

Zu Silvester und Neujahr

Festspielhaus Baden-Baden bleibt trotz Corona-Zwangspause im Fernsehen präsent

Kein „Schwanensee“, kein „Nussknacker“ - das weihnachtliche Live-Geschehen im Festspielhaus Baden-Baden liegt brach. Immerhin gibt es im Fernsehen das ARD-Silvesterkonzert und eine Opernaufzeichnung.

Am Neujahrstag im 3sat-Programm: „La Traviata“ aus dem Festspielhaus Baden-Baden, inszeniert von Rolando Villazón und mit Olga Peretyatko (Mitte) in der Rolle der Violetta Valéry. Foto: ZDF/SWR/Andrea Kremper

Zu den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel gehört in der Region auch das entsprechende Bühnenprogramm. Eine feste Bank ist hier das Festspielhaus Baden-Baden, wo alljährlich zu dieser Zeit das Mariinsky-Ballett aus St. Petersburg gastiert.

Doch wer „Schwanensee“ und den „Nussknacker“ mit Spitzentanz erleben will, der muss derzeit - wie für vieles andere auch - ins Internet ausweichen. Dort gibt es zwar nicht das aus Baden-Baden bekannte Mariinsky-Ensemble, aber das ebenfalls zur Jahreswechselzeit durch deutsche Konzertsäle tourende Moscow Classic Ballett. Dieses bietet am 26. und 31. Dezember Streaming-Aufführungen, die allerdings über die Plattform Reservix kostenpflichtig sind.

Keinen Spitzentanz, aber auch keine zusätzlichen Kosten gibt es bei etlichen Bildschirm-Angeboten über die Feiertage mit Künstlern, die dem Festspielhaus eng verbunden sind. Prominent vertreten ist das Opernhaus an der Oos zum Jahreswechsel im Fernsehprogramm im Ersten und auf 3sat.

Denn trotz der Corona-Zwangspause auf den Bühnen wird es am Donnerstag, 31. Dezember, im Ersten ein ARD-Silvesterkonzert aus dem Festspielhaus geben.

Gottschalk und Currentzis moderieren

Der besondere Dreh bei der Übertragung, die um 17 Uhr beginnt: Im Festspielhaus selbst moderieren TV-Größe Thomas Gottschalk und Teodor Currentzis, charismatischer Dirigent des SWR Symphonieorchesters, das Programm. Dieses wird jedoch aufgrund der aktuellen Lage nicht live vom Orchester gespielt, gesendet werden neue und exklusiv zusammengestellte Konzertaufnahmen des SWR-Symphonieorchesters.

Angekündigt sind Tschaikowskys fünfte Sinfonie, die zweite Sinfonie von Rachmaninow sowie die „Battalia D-Dur“ von Heinrich Ignaz Franz Biber. Gast hierbei wird die Geigerin Patricia Kopatchinskaja sein, die das Festspielhaus-Publikum bereits mehrfach begeistert hat.

Hochkarätige Hauptrollen-Besetzung: Olga Peretyatko als Violetta Valéry und Atalla Ayan als Alfredo Germont in Rolando Villazóns Inszenierung von „La Traviata“ am Festspielhaus Baden-Baden. Foto: ZDF/SWR/Andrea Kremper

Villazóns „Traviata“ am Neujahrstag

Wie sich ein Abend im Festspielhaus vor vollem Saal und mit voll besetzter Bühne anfühlt, vermittelt dann am Neujahrstag, 1. Januar, ab 16.40 Uhr auf 3sat die Aufzeichnung der Opernpremiere „La Traviata“ von den Pfingstfestspielen 2015.

Die Vorzeichen standen damals gut: Regie führte der Tenor Rolando Villazón, der zehn Jahre zuvor als Sänger an der Seite von Anna Netrebko mit just dieser Verdi-Oper bei den Salzburger Festspielen gefeiert worden war. Die Hauptrolle sang Olga Peretyatko, die drei Jahre zuvor im Festspielhaus bei Villazóns Inszenierung von „L’elisir d’amore“ für Furore gesorgt hatte.

Und das Ergebnis enttäuschte nicht: In Rezensionen war die Rede von einem „durchschlagenden Erfolg“, einem „Sängerfest“ und einer Inszenierung, die als „knallbunt und gleichzeitig rabenschwarz“ Eindruck hinterließ.

Umrahmt von bekannten Stimmen

Umrahmt wird die Aufzeichnung an diesem Tag, den 3sat komplett ins Zeichen der klassischen Musik stellt, von weiteren bekannten Stimmen, die auch schon im Festspielhaus zu erleben waren.

So gibt es ab 12.10 Uhr eine Aufzeichnung der „Zauberflöte“ von den Salzburger Festspielen 2018. Die Königin der Nacht ist Albina Shagimuaratova, die in dieser Rolle im gleichen Jahr auch im Festspielhaus gastierte.

Ab 14.35 Uhr ist Gaelle Arquez, eine Solistin aus dem Baden-Badener Silvesternkonzert 2019, in der Titelrolle der „Carmen“ von den Bregenzer Festspielen 2017 zu sehen. Nach der „Traviata“ folgt Jonas Kaufmanns Programm „Mein Wien“ (19 Uhr) und zur Prime-Time gibt’s Anna Netrebko als „Aida“ von den Salzburger Festspielen (20.15 Uhr).

Frischer Mitschnitt in arte-Mediathek

Ein TV-Tipp für Heiligabend mit Festspielhaus-Bezug wäre die ZDF-Sendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ (18 Uhr).

Hier wirkt die Sopranistin Sonya Yoncheva mit, die bei den Osterfestspielen 2019 an der Oos als Desdemona auftrat. Außerdem mit dabei sind das Klavierduo Jussen-Brüder und die Kammerakademie Potsdam, die im Oktober 2019 bzw. 2018 in Baden-Baden gastierten.

Außerdem ist in der arte-Mediathek noch bis zum 28. Januar ein ganz frischer Festspielhaus-Mitschnitt abrufbar: „Thomas Hengelbrock dirigiert Brahms und Strauß“ heißt die Aufzeichnung des Konzerts, das am 31. Oktober als eine der letzten Veranstaltungen vor dem zweiten Lockdown überhaupt noch stattfinden konnte.

nach oben Zurück zum Seitenanfang