Skip to main content

Hymnus auf ein kultiviertes Leben

François-Boucher-Ausstellung hängt einsam in der Kunsthalle Karlsruhe: Was Kunstliebhaber gerade verpassen

Sie sollte in der Kunsthalle Karlsruhe die Hauptattraktion des Jahres 2020 werden - dann kam der Corona-Lockdown. Am 15. November wäre eine dem Rokoko-Maler François Boucher gewidmete Ausstellung eröffnet worden. Dazu kam es nicht. Immerhin: Der opulente und bestens gestaltete Katalog liegt vor.

Astrid Reuter (Hg.): François Boucher. Künstler des Rokoko. Wienand Verlag, 368 Seiten, 49 Euro. Foto: Wienand Verlag

Edel und elegant, lieblich und rosenzart: François Boucher war ein Maler von äußerster Delikatesse. Seine Werke beben vor sanfter Erotik. Röcke werden gelüpft, Strumpfbänder gebunden, nur damit eine Partie nackter Haut sichtbar wird, die Dekolletees sind von großzügiger Offenheit.

Wer die Französische Revolution verstehen will, muss das Werk dieses Malers kennen, der 1770, knapp zwei Jahrzehnte vor ihrem Ausbruch, starb, aber wie wenige jene Welt luxuriösen Raffinements darstellte, die einer schmalen begüterten Gesellschaftsschicht vorbehalten war.

1770: Da war Maria Antonia Josepha Johanna Erzherzogin von Österreich 14 Jahre jung und wurde mit dem französischen Thronfolger Ludwig August verehelicht. Fortan hieß sie Marie-Antoinette. Sie endete unter der Guillotine.

Kostenlos weiterlesen

  • 7 Tage BNN+ lesen
  • Kein Abo, keine Kosten
  • Weniger Werbung

Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die BNN ist berechtigt, Ihre E-Mail-Adresse zur Information über eigene und ähnliche Produkte (wie BNN+, ePaper oder Zeitung) zu nutzen. Sie können der Verwendung jederzeit hier widersprechen, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.
nach oben Zurück zum Seitenanfang