«Schindlers Liste»
Oskar Schindler (Liam Neeson) und sein jüdischer Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) stellen eine Liste von über 1100 jüdischen Arbeitern zusammen, die Schindler zu retten hofft. | Foto: Universal Pictures

in Rheinland-Pfalz

Freier Eintritt für AfD-Mitglieder: Kino-Aktion sorgt für Aufregung

Anzeige

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust hat sich ein Kino in Rheinland-Pfalz eine besondere Aktion einfallen lassen: Das Kino zeigt den Hollywood-Film „Schindlers Liste“, der den Holocaust thematisiert – und alle AfD-Mitglieder bekommen freien Eintritt. Die Aktion stößt nicht nur Gegenliebe…

„Eintritt 7 Euro – Freier Eintritt für AfD Mitglieder“: So heißt es auf dem Werbeplakat zur Sondervorstellung des Films „Schindlers Liste“ im Kino in Hachenburg (Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz). Die Vorführung am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) sorgt in erster Linie wegen diesem Zusatz seit Tagen für Aufregung. Der Chef der rheinland-pfälzischen AfD, Uwe Junge, äußerte sich auf Twitter dazu: „Ein erneuter plumper Versuch, die AfD in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken“, schrieb er.


Die Aktion sorgte vor allem im Internet für große Aufregung, zahlreiche Menschen unterstützten die Aktion, andere reagierten wütend.

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering verurteilte gegenüber dem SWR Drohungen gegen das Kino. Er sagte: „Die Botschaft ist doch klar: Wenn eine Partei auftritt, deren Mitglieder zum Teil die Erinnerungskultur in Frage stellen, sie verächtlich machen, dann sind solche Aktionen berechtigt. Und ich finde sie gut und kreativ.“ Der SPD-Politiker stammt aus Hachenburg.

Kinobetreiber verteidigt Vorgehen

Der Betreiber des Cinexx-Kinos in Hachenburg veröffentlichte auf der Webseite eine Stellungnahme. Darin verteidigte er die Entscheidung, Afd-Mitgliedern zu „Schindlers Liste“ freien Eintritt zu gewähren. „Unser Ansinnen ist eindeutig nicht die Ausgrenzung oder Diffamierung der AfD, dass sich so viele stark angegriffen fühlen ist nicht unsere Absicht und für uns unverständlich“, heißt es in der Stellungnahme. „Nach unserer Einschätzung lässt das AfD Parteiprogramm allerdings doch stark auf eine Verharmlosung der damaligen Ereignisse schließen.“ Mit der Aktion wolle man einen Ort zum Gespräch anbieten, heißt es weiter. Dazu werde es nach dem Film Möglichkeit geben.

In dem Hollywood-Streifen „Schindlers Liste“ mit Schauspieler Liam Neeson in der Hauptrolle geht es um den deutschen Unternehmer Oskar Schindler, der während der NS-Zeit zahlreiche Juden vor der Deportation bewahrte und ihnen so das Leben rettete. Der Film erschien 1993 und wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet. Regisseur Spielberg wurde 1998 in Berlin das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.