Helloween-Frontmann Andi Deris beim Termin mit den BNN in Karlsruhe. Von ihm signierte Vinyls und DVDs der Kürbisköpfe können BNN-Leser beim Glückstreffer gewinnen. | Foto: Kamleitner

Mit Gewinnspiel

Helloween-Frontmann Andi Deris: Der Metal-Superstar aus Karlsruhe 

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Die Heavy-Metal-Band „Helloween“ begeistert seit den 80er-Jahren weltweit zahlreiche Fans der härteren Töne. Was außerhalb der Szene wenig bekannt ist: Andi Deris, Frontmann und Sänger der Gruppe, stammt aus Karlsruhe. Im Gespräch mit den BNN verrät der inzwischen 54-Jährige, warum sich Karlsruhe in seinen Augen zum Besseren gewandelt hat.

Hinter Ex-Fußballnationaltorhüter Oliver Kahn dürfte Andi Deris einer der prominentesten Männer aus Karlsruhe sein. In Deutschland ist seine Band „Helloween“ außerhalb der Metal-Szene nicht sehr bekannt, aber vor allem in Asien und Südamerika strömen die Fans in Stadien oder große Hallen, wenn der Sänger der Speed- und Power-Metal-Band mit seinen Kollegen auf der Bühne abrockt.

„Karlsruhe hat sich sehr zum Positiven verändert“

Seiner Geburtsstadt ist der Rockstar, der in Rheinstetten-Neuburgeweier aufwuchs und inzwischen auf Teneriffa lebt, nach wie vor verbunden. Hier hat mit der Agentur Bottom Row das Management der Gruppe Helloween seinen Sitz hat. Auch den Kontakt zur alten Schülerclique pflegt er noch immer. „Karlsruhe“, meint Deris im BNN-Gespräch, „hat sich sehr zum Positiven verändert. Früher war es etwas bieder, jetzt mag ich das Muli-Kulti, eine tolle Uni-Stadt.“

Eine vierwöchige Tourneepause nutzte die Band zuletzt, um sich an drei Tagen in Karlsruhe für das Finale der „Pumpkins United“-Tournee aufzuwärmen. Die Reunion-Tour, bei der auch die Ex-Bandmitglieder Kai Hansen und Michael Kiske mit an Bord sind, läuft seit Oktober 2017. Seither haben Helloween rund 60 Konzerte in Asien, Süd- und Nordamerika sowie Europa gespielt – inklusive dem deutschen Hardrockfestial in Wacken. „Da bist du schon im Bus zum Festivalort unter Strom“, erinnert sich Deris an den Adrenalinschub für das Spektakel im hohen Norden.

GEWINNSPIEL: Signierte LPs und DVDs: Für BNN-Leser hat Andi Deris drei aktuelle Vinyl-Alben von Helloween und zwei DVDs signiert. Wer ein Exemplar gewinnen möchte, schreibt ganz einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Helloween“ an glueckstreffer@bnn.de. Bitte Anschrift nicht vergessen, damit wir LP oder DVD zusenden können. Einsendeschluss ist am Montag, 5. November. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Die Namen der Gewinner werden in den BNN veröffentlicht.

Abrocken auf der Bühne statt Grusel an Halloween

Trotz des Namens der Band kann Deris mit dem Grusel-Fest nicht sonderlich viel anfangen: „Dafür bin ich zu alt“, sagt der 54-Jährige schmunzelnd. Am Halloween-Abend rief ohnehin die Arbeit: Da begeisterten Helloween die Fans in Santiago de Chile. Weitere Stationen sind unter anderem Buenos Aires, Lissabon oder Stockholm. Am 15. Dezember hat Deris beim bereits ausverkauften Knockout-Festival in der Karlsruher Schwarzwaldhalle ein Heimspiel. Die letzte Show der Tour bestreitet die Band am 22. Dezember in Hamburg, das ist dann für Kollegen von ihm ein Heimspiel in deren Heimat.

 

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Mit Helloween ist der gebürtige Karlsruher gut die Hälfte Zeit des Jahres unterwegs. Wie viele Konzerte er schon als Sänger der Band bestritten hat, bei der er 1994 für Michael Kiske eingestiegen ist, kann Deris nicht konkret beziffern. Zuvor hatte er zudem schon internationalen Erfolg als Frontmann der Karlsruher Hardrockformation Pink Cream 69. Die größte Kulisse, die er in seiner Karriere erlebte, bleibt dagegen in ewiger Erinnerung. Vor vier Jahren spielten Helloween gleich nach dem damaligen Wacken-Auftritt beim polnischen Woodstock-Festival vor 738. 000 Musikfans. „Da erstarrst du vor Ehrfurcht. Da war selbst das Original-Woodstock klein“.

Ein Foliant zum Jubiläum: Eine Fundgrube für jeden Helloween-Fan ist das Hellbook, das zum 30-jährigen Bandjubiläum der 1984 gegründeten Band erschien. Die edle Deluxe-Edition des drei Kilo schweren Wälzers mit fast 500 Seiten sowie vielen Infos und unzähligen Fotos ist handnummeriert – und von jedem der bisherigen Bandmitglieder persönlich signiert. „Das hat damals dreieinhalb Monate gedauert, bis jeder von uns die 777 Bücher unterschrieben hatte“, erinnert sich Deris. Die Standardausgabe zum Preis von 69 Euro ist noch erhältlich: www.helloween.org.

Rotwein ölt die Stimme

Backstage erfüllen Helloween übrigens durchaus das Rock’n’Roll-Klische: Wodka, Gin und Whiskey sind vom Veranstalter in der Garderobe aufzutischen. „So viel wie früher wird aber nicht mehr getrunken“, beschwichtigt Deris, der auch Hauptsongschreiber der Band ist. Er bevorzugt zum Ölen der Stimme vor dem Konzert ohnehin Rotwein der Rebsorte Shiraz, aber in Maßen: „Ein halbes Gläschen hilft und es macht locker!“ In Deutschland hatten es Metal-Bands nicht immer leicht. Nach wie vor bewegen sich Gruppen wie Helloween eher in einer Nische. „Mit unserem Krach sind wir aber schon weit gekommen“, sagt Deris lachend. Die Vorurteile gegenüber den „Langhaarigen“ hätten aber deutlich abgenommen, stellt der Rockstar fest, der in seiner Jugend mit Songs von Uriah Heep und Sweet aufwuchs und inzwischen mit Helloween sowie Judas Priest und Iron Maiden in der Top-Liga der Heavy-Metal-Bands spielt. Musikalisch hat Deris noch weitere Ziele: Endlich mal mit einem Helloween-Album die Spitze der Charts in Deutschland erklimmen. Mit dem Longplayer „Straight Out of Hell“ gelang im Jahr 2013 immerhin der Sprung auf Platz zwei. Ein weiterer Traum ist ein Konzertmitschnitt in der legendären Kampfsporthalle Budokan in Tokio. „Live in Budokan“ spielten schon die Beatles, Bob Dylan, Eric Clapton und sogar Abba.

Helloween bei „Das Fest“?

Helloween als ein Top-Act bei „Das Fest“ in Karlsruhe? „Denkbar ist alles“, meint Sänger Andi Deris. Ob die Metal-Band aber in das Konzept des Drei-Tage-Open-Airs passt, steht auf einem anderen Blatte. Mit seiner Ex-Band Pink Cream 69 stand Deris schon einmal auf der großen „Fest“-Bühne. Auch bei der jüngsten Ausgabe war der Rockstar als Besucher vor Ort – unter anderem beim Auftritt der Simple Minds. „Das Fest ist ein Vorzeige-Ereignis“, schwärmt Deris vom Musikspektakel in seiner Heimat.