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50 Jahre Kindermuseum

Junge Kunsthalle in Karlsruhe öffnet wieder: So sieht das Programm aus

Pünktlich zur Karlsruher Museumsnacht eröffnet die Junge Kunsthalle nach Sanierung wieder in der Hans-Thoma-Straße. Zum 50. Jubiläum gibt es ein vielfältiges Programm.

Eine Schulklasse beim Malen in der Jungen Kunsthalle Karlsruhe
Kunstvermittlung für Kinder ist das Hauptanliegen der Jungen Kunsthalle Karlsruhe. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen öffnet sie nun nach einer Schließphase wieder die Pforten. Foto: Sebastian Heck

Das Erdgeschoss der Jungen Kunsthalle liegt noch im Dornröschenschlaf: An den Wänden zeugen Schriftreste von der letzten Ausstellung, leere Stellwände warten auf neue Bespielung – doch im Obergeschoss ist schon alles bereit für die Sommer-Workshops. Tamara Engert, Leiterin der Kunstvermittlung an der Kunsthalle Karlsruhe, freut sich darauf, mit ihrem vielseitigen Programm wieder an die Öffentlichkeit zu treten.

Zur Karlsruher Museumsnacht (Kamuna) an diesem Samstag öffnen sich wieder die Türen der Jungen Kunsthalle. Dort wurden während der sanierungsbedingten Schließzeit seit 2021 auch neue Aktivitäten, Formate und Methoden entwickelt. Pünktlich zu ihrem 50. Jubiläum bringt sich die Junge Kunsthalle wieder ins Gedächtnis der Stadtgesellschaft.

Erste Ausstellung im Jahr 1973

Die Erfolgsgeschichte begann mit einer ersten Ausstellung 1973, deren Titel bereits den Ton vorgab: „Museum macht Spaß“ führte junge Besucher an Alte Meister heran. Die Kunstbetrachtung vor den Originalen, das spielerische Entdecken von Inhalten auf Kunstwerken und die Erprobung der eigenen Kreativität gingen von Anfang an Hand in Hand.

Im Gewölbekeller des Hauptbaus richtete Annelise Reuter-Rautenberg zunächst eine Kindermalstube ein, aus der 1973 das Kindermuseum als eines der Ersten seiner Art in Deutschland hervorging. Im Anschluss an Kunstbetrachtungen können die Kinder seither ihre Eindrücke kreativ verarbeiten.

Kunsthalle als Vorreiter

Mit diesem Angebot an eine damals noch nicht im Fokus der Vermittlungsarbeit stehende Zielgruppe war die Kunsthalle Vorreiter. Obwohl die Kindermuseen anfänglich wegen ihrer Besucherorientierung einen schweren Stand hatten, ist die Karlsruher Entscheidung, auch zukünftige Besucher in den Blick zu nehmen, ihre kindlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen, der Beginn des fortwährenden Erfolgs: Nach Anfängen im Hauptbau war lange Jahre in der Orangerie ein niedrigschwellig erfahrbarer Zugang möglich.

Mit der Sanierung 2005 zog das Kindermuseum erst ins Hauptgebäude ein, Anfang 2009 wurde dann die Junge Kunsthalle in der ehemaligen Villa des Hofgartendirektors eröffnet. 2020/21 war dort „Volle Kanne Kunst“ als die vorläufig letzte Ausstellung zu sehen, es folgte im Haupthaus noch „Iss mich“ – und dann die sanierungsbedingte Schließung.

Mit der Ausstellung zur Kamuna geben wir den Startschuss zur Stärkung dieses Standorts.
Tamara Engert
Leiterin der Kunstvermittlung der Kunsthalle

Mit der Ausstellung, die nur zur Kamuna zu erleben sein wird, gibt das Kunstvermittlungsteam zusammen mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern den Startschuss zur „Stärkung dieses Standorts in der Stadt“, wie Tamara Engert sagt.

Frau
Tamara Engert räumt die letzten Reste eines Workshops in der Jungen Kunsthalle weg, dann kann die Kamuna kommen. Foto: Chris Gerbing

In der ersten Sommerferienwoche konnten sich Kinder zwischen acht und zwölf Jahren in der „Museums-WG im Hallenbau“ künstlerisch austoben. „Die Forsythe-Installation im ZKM war unser Basislager. Die Junge Kunsthalle ist Satellit dessen, was im ZKM entstanden ist, denn die dort entstandenen Kunstwerke werden hier zum Auftakt des Jubiläums präsentiert“, so Engert.

Kunstwerke werden im ZKM präsentiert

Spannend ist dabei, dass die jungen Künstler selbst ihre Werke hängen. Damit werden sie auch an die Ausstellungstechnik und somit an die museale Komponente herangeführt. Ausgangspunkt ist die derzeitige „Hallenbau-WG“ aus ZKM, Kunsthalle und Städtischer Galerie.

Die dort zu sehenden Werke – von der Pendel-Installation von John Forsythe im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), von „It Has a Golden Sun and an Elderly Grey Moon“ (Ulla v. Brandenburg/Städtische Galerie) und von Arbeiten aus der im ZKM gezeigten Kunsthallensammlung – sind Anregung für Gemälde, Fotografien, Lichtmalereien und Videos.

Die Ausstellung ist ein Überraschungspaket für alle.
Tamara Engert
Leiterin der Kunstvermittlung der Kunsthalle

„Die Ausstellung ist Überraschungspaket für alle“, verspricht Tamara Engert. Und: nach der Besichtigung sind die Besucher wiederum eingeladen, im Botanischen Garten selbst mit unterschiedlichen Techniken kreativ zu werden.

Insgesamt steht das Jubiläumsprogramm der Jungen Kunsthalle unter dem Motto „Kunst – bewegt“. Zudem führt die Kunsthalle ihre traditionell engen Verbindungen zu Kunstakademie und Pädagogischer Hochschule (PH) über den Sommer plastisch vor Augen: Die aus diesem Kreis stammenden „Artists in Residence“ freuen sich in ihren offenen Ateliers auf den Schulterblick interessierter Gäste.

Zudem bieten sie Workshops an, deren Ergebnisse ebenso wie ihre eigenen Werke in die Ausstellung „Go! Kunst bewegt“ einfließen werden (ab Oktober in der Jungen Kunsthalle). Die Schau ist „die Kirsche auf dem Geburtstagskuchen“, weil sie anknüpft an die Idee des Kindermuseums, aber auch den Ort, an dem sich die Junge Kunsthalle befindet, wieder aktiviert und als Basis erlebbar macht. „Nach langer Schließzeit wollen wir wieder als lebendiger Ort wahrgenommen werden und unseren Stand als außerschulischer Bildungsort neu behaupten“, so Engert.

Service

Zur Kamuna am Samstag, 5. August, finden zwischen 18 und 21 Uhr in der Präsentation der Kunsthallen-Sammlung im ZKM kurze Aktionen für kleine Kunstentdecker statt. Parallel dazu bietet die Junge Kunsthalle im Botanischen Garten ein Kreativangebot an. Zwei Führungen (18.45 Uhr in Gebärdensprache, 20 Uhr als multisensorisches Angebot) lenken den Blick auf die Ausstellung in der Jungen Kunsthalle. Für den Workshop der „Artists in Residence“ (9./10. August und 16./17. August jeweils 10 bis 13 Uhr) sind noch Plätze frei. Die Workshops richten sich an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Anmeldung unter (07 21) 20 11 93 22 oder info@kunsthalle-karlsruhe.de. Die Ausstellung „Go! Kunst bewegt“ ist ab 21. Oktober in der Jungen Kunsthalle und im Hallenbau zu sehen. Zum Jubiläum lädt die Kunsthalle zudem alle jungen Künstler ein, ihr ihren künstlerisch gestalteten Geburtstagsgruß zukommen zu lassen. www.kunsthalle-karlsruhe.de.

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