Kupferstich-Kabinett
Wiebke Schneider, Restauratorin im Kupferstich-Kabinett, inspiziert mit einem Mikroskop die Zeichnung «Allegorie des Schlafs» von Taddeo Zuccari. | Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

300 Jahre Sammeln

Kupferstich-Kabinett richtet Jubiläumsschau ein

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Dresden (dpa) – Mit Verspätung wegen Corona holt das Dresdner Kupferstich-Kabinett etwa 250 seiner Preziosen aus dem Depot. Die Jubiläumsausstellung «300 Jahre Sammeln in der Gegenwart» mit Meisterwerken aus allen Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart ist nun ab dem 12. Juni im Residenzschloss zu sehen.

Die Direktorin Stephanie Buck spricht von einer Rückschau auf den Ort, «wo seit 1720 Wissen und Kreativität, kritisches Denken und ästhetischer Genuss erfahrbar sind».

Bis Mitte September werden Arbeiten aus allen Epochen seit dem Mittelalter gezeigt – von Jan van Eyck, Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Rembrandt, Caspar David Friedrich, Käthe Kollwitz, Henri de Toulouse-Lautrec, Pablo Picasso, Gerhard Altenbourg, aber auch Zeitgenössisches und Fotografie. Rund 60 der Werke sollen dann 2021 nach New York reisen. Die eigentlich ab Mitte Oktober geplante Ausstellung «Van Eyck to Mondrian» in der Morgan Library wurde laut Buck wegen der Corona-Pandemie um genau ein Jahr verschoben.

Der Dresdner Auftakt am 25. April fiel dem Lockdown zum Opfer, samt Jubiläumsfest. Die Exposition ist einer der Höhepunkte des Jubeljahres und zeugt von der Geschichte des Sammelns in dem Museum, beginnend 1720 mit der Gründung als «Kabinett der Fürsten» über die Hofkunst, die Entwicklung zum Museum ab 1820 und den Aufbruch in die Moderne sowie die Zeit ab 1920 und die DDR bis ins wiedervereinigte Deutschland.

Das Kupferstich-Kabinett Dresden ist nach dem Pariser Louvre die älteste grafische Sammlung ihrer Art in der Welt und die älteste im deutschsprachigen Raum. Der Bestand eines der wichtigsten Kunstmuseen für Zeichnungen, druckgrafische Werke und Fotografien umfasst rund 515.000 teils unikate Arbeiten von über 22.000 Künstlern aus acht Jahrhunderten.