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Strukturhilfe für privatwirtschaftliches Opernhaus

Land gibt vier Millionen zur Rettung des Festspielhauses Baden-Baden

Hoffnung für das Festspielhaus: Das Land will das Opernhaus mit vier Millionen Euro Strukturhilfe aus der Corona-Krise retten. Auch umfangreiche Spenden sind verzeichnet worden.

Rettung aus finanzieller Schieflage: Das Festspielhaus Baden-Baden bekommt Strukturhilfe vom Land. Zudem haben Förderer und Stifter umfangreiche Spenden getätigt. Foto: BNN

„Eine lange Vorplanung wird es für uns Festivalmacher in den nächsten zwei Jahren nicht geben”, sagt Benedict Stampa. Doch der Intendant des Festspielhauses Baden-Baden sieht dies nicht als Einschränkung, sondern zeigt sich sehr erleichtert darüber, dass nun überhaupt wieder Planung möglich ist.

Dank einer finanziellen Hilfszusage des Landes beginnt das Haus nun mit dem Feintuning an einem bereits anvisierten Programm für den Herbst, von dem bislang nicht sicher war, ob es zustande kommen würde.

Durch die Corona-bedingte Schließung war das Festspielhaus finanziell in schwere See geraten. Am Dienstag wurde mitgeteilt, dass das Land Baden-Württemberg eine Strukturhilfe in Höhe von vier Millionen Euro gewährt. Die Unterstützung aus dem dem Corona-Nothilfefonds für Kunst- und Kultureinrichtungen soll die Stadt Baden-Baden bei den Gebäudekosten des Festspielhauses entlasten, teilt das Kunstministerium mit.

Dies solle der Stadt ermöglichen, den Spiel- und Vorstellungsbetrieb finanziell zu unterstützen. Das Gebäude ist erst vor wenigen Wochen in den Besitz der Stadt übergegangen. Der Erwerb durch die Stadt war bereits 1996 beschlossen worden. Dies habe sich nun als glücklicher Umstand herausgestellt, so Oberbürgermeisterin Margret Mergen laut Mitteilung der Stadt. Denn nur so sei diese Förderung möglich gewesen.

Kleinveranstaltungen in anderen Räumen

Mit ersten Kleinveranstaltungen tritt das große Opernhaus derzeit schon wieder an die Öffentlichkeit. Allerdings nicht in den eigenen Räumlichkeiten, sondern an Spielstätten wie dem Frieder Burda Museum setzt die Kammerkonzertreihe „en suite” ein Lebenszeichen. Hier sind je nach Raumgröße 30 bis 80 Besucher zugelassen.

Wenn im September die neue Saison eröffnet wird, dann rechnet Intendant Stampa mit bis zu 500 Besuchern im Festspielhaus. „Wir planen das Programm gemäß der aktuellen Corona-Landesverordnung.”

Bis Mitte September wollen wir dann das Angebot für den Rest des Jahres festlegen,
Benedict Stampa, Intendant des Festspielhauses

Um flexibel auf Änderungen in dieser Verordnung reagieren zu können, wird Mitte August zunächst ein rund sechs Wochen umfassendes Programm veröffentlicht. „Bis Mitte September wollen wir dann das Angebot für den Rest des Jahres festlegen”, so Stampa. Internationale Reisebeschränkungen wegen Corona seien zumindest für die ersten Wochen kein Problem: „Wir arbeiten mit sehr vielen Künstlern, die ohnehin mit Auto oder Bahn unterwegs sind und auch jetzt schon nach Baden-Baden anreisen könnten.”

Man werde darauf achten, dass das Programm trotz der Einschränkungen „festspielwürdig” wird. „Mit Künstlern, die uns seit langem verbunden sind wie Thomas Hengelbrock oder Cecilia Bartoli wird es speziell für Baden-Baden entwickelte Programme geben.”

Festspielhaus Baden-Baden 13.2.2019 Foto: Bernd Kamleitner

Ernst-Moritz Lipp, der Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden verweist auf die „weltweite Strahlkraft” des Hauses, dessen Betrieb in den vergangenen zwei Jahrzehnten über eine Milliarde Euro an Kaufkraftzufluss für Baden-Baden und die Region erzielt habe.

Freunde, Förderer und Stifter hätten in diesem Jahr bereits mehr gespendet als die nun bewilligte Strukturhilfe des Landes, so die Mitteilung. Besucher der ausgefallenen Oster-, Pfingst- und Sommerfestspiele überließen dem Haus bislang rund 350.000 Euro an Eintrittsgeldern, die zu Spenden wurden.

Die Mitteilung betont, dass das Festspielhaus und die Festspiele nicht dauerhaft im Betrieb öffentlich subventioniert. werden. Den Spielbetrieb ermöglichen private Förderer, Sponsoren und die Eintrittsgelder. Die Stadt Baden-Baden stellt die spielfertige Bühne.

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