Präsentation in Berlin: Die Baden-Badener Autorin Constanza S. Steinberg (Mitte) mit ihrem Team und Filmboard-Leiter OIiver Langewitz (rechts). | Foto: Jüttner

Oberrhein auf der Berlinale

Region präsentiert sich als Filmlandschaft

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Öffentliche Aufmerksamkeit bekommen bei der Berlinale vor allem die Filmpremieren. Doch auch hinter den Kulissen herrscht viel Betrieb beim größten Filmfestival Deutschlands. So präsentierte beispielsweise die Initiative „Film am Oberrhein“ bei einem Empfang die Vorzüge der Region für Filmproduktionen.

„Wer bei uns in der Region einen Film drehen will, dem können wir bis auf das Meer alles bieten“, sagt Simone Schmidt. Die Leiterin der FilmCommission Baden-Baden/Karlsruhe steht in der Academy Lounge am Potsdamer Platz beim Berlinale-Empfang der trinationalen Initiative „Film am Oberrhein“. Rund 200 Filmschaffende sind hier versammelt – um Kontakte zu pflegen, Projekte zu entwickeln, Partner zu finden oder bereits Gedrehtes vorzustellen. Es ist der erste gemeinsame Auftritt der 2018 gegründeten Initiative auf einem großen Festival, für 2020 ist ein solcher Termin dann in Cannes anvisiert.

Berlinale als Treffpunkt

Mitorganisiert wurde der Empfang vom Filmboard Karlsruhe. Dessen Leiter Oliver Langewitz erklärt: „Bei Film am Oberrhein‘ haben sich 20 Partner aus drei Ländern zusammengeschlossen, aber man hat fast nie Gelegenheit, alles zusammenzubekommen. Für so etwas bietet sich die Berlinale an – hier sind sowieso alle vor Ort.“ Simone Schmidt kann das bestätigen: Sie nutze die Festivalwoche unter anderem, um mit einer Berliner Produzentin über eine im Badischen geplante Serie zu verhandeln, sagt sie im BNN-Gespräch.

Region bewirbt Drehmöglichkeiten

Langewitz wiederum unterstreicht Schmidts Aussage über die vielseitigen Drehmöglichkeiten: „Durch die Schweiz haben wir sogar Berge in leicht erreichbarer Nähe, und kurze Wege zwischen Drehorten werden immer wichtiger, weil die Drehzeiten aus Kostengründen immer knapper werden. Sogar beim ‚Tatort: Da waren mal 28 Tage pro Folge, jetzt sind es noch 21.“

Fantasy-Dreh bei Baden-Baden

Dass es im Badischen quasi direkt vor der Haustür kinotaugliche Locations gibt, zeigen auch einige der Trailer, die während des Empfangs projiziert werden. „Wir haben auch an den Geroldsauer Wasserfällen und auf der Ritterplatte im Alten Schloss Baden-Baden gedreht“, sagt Constanza S. Steinberg. Die in Rheinmünster lebende Autorin arbeitet daran, ihre Fantasy-Trilogie „Magie der Schatten“ auf die Leinwand zu bringen.

Von Fotos zum Filmtrailer

Was sich enorm ambitioniert anhört, aber einem sich organisch entwickelndem Impuls folgt: Steinberg wollte das erste Buch nur für ihre Familie und einige Freunde drucken. Zum Lektorat geriet sie an den Verleger Gerd Fischer, der sie überzeugte, es richtig zu veröffentlichen. „Dann wollte ich die Hauptcharaktere visualisieren und habe Schauspieler für Fotos gesucht. Die Entstehung der Fotos haben wir filmisch dokumentiert und kamen so auf die Idee, einen Filmtrailer für das Buch zu machen – und daraus wiederum entstand das Projekt, einen Kinofilm zu machen.“

Kontakte in die USA

Dafür sei sie sogar schon in den USA gewesen und es gebe durchaus Interesse: „In Deutschland tut man sich mit Fantasy schwer, in Amerika sind die Leute dafür offener – und auch für verrückte Projekte wie meines.“ Bislang ist der Buchtrailer auf YouTube zu sehen – für das angestrebte Filmprojekt steht immerhin bereits das Drehbuch.

Weiter fortgeschritten sind die beiden Projekte die das Filmboard Karlsruhe in dieser Trailershow präsentiert: Die Mystery-Geschichte „Der Zirkel“ und die Pilotfolge der Webserie „Die kuriosen Fälle des Dr. Kaminski“ sind bereits fertig. Freilich dauern diese Filme jeweils weniger als eine halbe Stunde und müssen nicht eine eigene fantastische Welt erschaffen.

Filmboard-Premieren in der Schauburg

Ob sie unter den Trailern waren, die laut Oliver Langewitz auch anwesende Scouts eines New Yorker Festivals auf die breite Palette von „Film am Oberrhein“ aufmerksam gemacht haben? Auf jeden Fall werden sie kommende Woche (Freitag, 22. Februar, 19 Uhr) öffentlich in der Schauburg Karlsruhe präsentiert.