Johannes Häfner aus Nürnberg ist mit seinen Kunstwerken ls "One-Artist-Show" auf der art durch eine Lübecker Galerie vertreten. | Foto: Haendle

Mini-Ausstellungen

One-Artist-Shows sind das besondere Merkmal der art

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193 Einzelpositionen, fast 200 Mini-Ausstellungen, jede von ihnen dem Werk einer einzigen Künstlerin, eines einzigen Künstlers gewidmet: Das sind die One-Artist-Shows, die zu den besonderen Merkmalen des Karlsruher Kunstmesse gehören. Sie stellen nicht nur ein umfangreiches Informationsangebot dar, sondern sie bilden auch die Basis für den art KARLSRUHE-Preis, der am Freitag um 17 Uhr in der Aktionshalle verliehen wird.

Horizont ist weit gespannt

Der Horizont der Präsentationen ist weit gespannt. Er reicht von postsozialistisch anmutenden Industrie-Bildern samt Installation, wie sie Stefan Bircheneder am Stand von Art Affair, Regensburg (H4/R04) bis zu minimalistischen Reduktionen von Neringa Vasilaskaute bei der Münchener Galerie Smudajeschek (H4/M07) oder zu den vom deutschen Expressionismus geprägten, kraftvollen Malereien von Johannes Heisig: ihn vertritt Die Galerie aus Frankfurt am Main (H2/A25).

Auch verstorbene Künstler sind bei One-Artist-Shows präsent

Gezeigt werden da nicht nur Werke von derzeit noch aktiven Künstlern. Die Galerie gimpel & müller aus Paris (H2/A01) etwa hat sich auf Victor Vasarely (1906 bis 1997) kapriziert, und Czaak aus Wien (H4/P06) zeigt die bunten Malereien von Alfred Kornberger (1933 bis 2002), den der Kunsthistoriker Dieter Schrage einmal als „einen mit einer ‘Malerpratzn’“ beschrieb.

Heute wird der art KARLSRUHE-Preis verliehen

Für den art KARLSRUHE-Preis kommen diese Positionen nicht in Frage: Für ihn werden nur Ausstellungen von Künstlern berücksichtigt, die noch nicht verstorben sind. Neun Künstler und deren Galeristen kamen bereits in den Genuss dieser Auszeichnung, die nicht zuletzt der Städtischen Galerie Karlsruhe zugute kommt: Ihr werden die mit dem Preisgeld von 15 000 Euro erworbenen Objekte, Malereien oder Zeichnungen überlassen. Auf diese Weise ist die Sammlung des Museums bereits um Arbeiten von Reto Boller (2008), Thomas Müller (2009) oder auch Tatjana Doll (2012) oder Jessica Buhlmann (2014) bereichert worden.

Würdigung für Leistung der Galerien

Mit dem Preis, der von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg ausgelobt wird, soll neben der künstlerischen Qualität auch die Leistung der Galerien gewürdigt werden, denen im Kunstbetrieb eine wichtige Vermittlerfunktion zukommt. Etliche von ihnen sind diesmal nicht dabei wie etwa die Karlsruher Galerie Karlheinz Meyer, die 2010 zusammen mit Julius Grünewald den Preis erhalten oder Angelo Falzone aus Mannheim, der 2013 mit Claude Wall erfolgreich war. Dabei waren fast alle Galerien, die bisher gekürt wurden, aus Baden-Württemberg. Mit einer Ausnahme: 2011 waren es der Künstler Jens Hanke und seine Galerie Hunchentoot aus Berlin, die auf die Jury den stärksten, sprich: preiswürdigen Eindruck machten.