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Krieg in der Ukraine

Opernstar Netrebko derzeit für Konzert nicht willkommen

Weil sich die russische Opernsängerin Anna Netrebko nach Ansicht ihrer Kritiker nicht eindeutig vom russischen Präsidenten Wladimir Putin distanziert, steht auch ihr nächster großer Auftritt in Stuttgart auf der Kippe.

Anna Netrebko wird so bald nicht mehr auf europäischen Opernbühnen zu sehen sein.
Anna Netrebko wird so bald nicht mehr auf europäischen Opernbühnen zu sehen sein. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa/Archivbild

Solange sich die Russin nicht „glaubwürdig“ äußere, werde sie im September nicht im Ehrenhof des Neuen Schlosses singen, sagte Landesfinanzminister Danyal Bayaz (Grüne) den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ am Donnerstag. „Wer sich nicht vollständig von einem brutalen Kriegstreiber lossagt, hat bei uns in Stuttgart keinen Platz“, sagte er weiter. „Halbherzige Distanzierungen“ seien nicht ausreichend.

Es ist nicht die richtige Zeit für mich aufzutreten und zu musizieren.
Anna Netrebko

Netrebkos Open-Air-Konzert vor 4.000 Gästen war im vergangenen Jahr wegen Corona ausgefallen. Zuvor hatte die Russin bereits alle Konzerte für die kommenden Monate abgesagt. „Es ist nicht die richtige Zeit für mich aufzutreten und zu musizieren“, hatte sie gesagt. Sie sei gegen diesen Krieg, schrieb die weltberühmte Operndiva zudem in einer Erklärung auf Instagram.

Netrebko pocht auf „freie Entscheidung“

Sie wandte sich zugleich dagegen, „Künstler oder irgendeine öffentliche Person zu zwingen, ihre politischen Ansichten öffentlich zu machen und ihr Vaterland zu beschimpfen“. Dies sollte eine freie Entscheidung sein.

Im vergangenen Jahr hatte die Sopranistin, die auch in Wien lebt, mit einer großen Gala im Kremlpalast in Moskau ihren 50. Geburtstag gefeiert.

Kulturhäuser beenden Zusammenarbeit mit russischen Künstlern

Auch der russische Dirigent Waleri Gergijew hat seit der russischen Invasion in der Ukraine reihenweise Engagements verloren. Unter anderem hatten sich die Münchner Philharmoniker wegen seiner Freundschaft zu Putin von ihm getrennt, auch das Festspielhaus Baden-Baden zog einen Schlussstrich.

Der Russe hatte zuvor ein Ultimatum verstreichen lassen, sich klar vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu distanzieren.

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