Richard Ford
Der US-Schriftsteller Richard Ford fühlt sich seinem deutschen Kollegen Siegfried Lenz verbunden. | Foto: Andreu Dalmau

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Richard Ford erhält Siegfried-Lenz-Preis

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Hamburg (dpa) – Der amerikanische Schriftsteller Richard Ford hat in Hamburg den Siegfried-Lenz-Preis erhalten. «Mit seinem Blick auf die amerikanische Gesellschaft unserer Zeit ist Richard Ford ein Brückenbauer zwischen unseren Kulturen», sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag.

Die Laudatio im Rathaus hielt die Journalistin und Schriftstellerin Verena Lueken. Der 74-jährige Autor gilt als einer der bedeutendsten Erzähler Amerikas. 1996 erhielt er für seinen Roman «Unabhängigkeitstag» sowohl den Pulitzer-Preis als auch den PEN/Faulkner Award.

«Siegfried Lenz wird für mich bis ans Ende meiner Tage mit dem Gedanken verknüpft sein, dass er ein Schriftsteller nach meinem Herzen ist», sagte Ford. «Ich glaube, die Seelenverwandtschaft, die ich zu meinem Kollegen Siegfried Lenz empfinde, liegt auch an meiner Art zu schreiben, und deshalb ist für mich dieser Preis eine so schöne Bestätigung», sagte der Autor. Vor allem Lenz‘ Roman «Deutschstunde» sei ein Werk, das «die Ebene des Menschlichen hinter den historischen Fakten begreifbar» mache.

Frank Bascombe, Protagonist zahlreicher Ford-Romane, ist nach Angaben der Senatspressestelle «ein amerikanischer Jedermann, der sich nach Liebe und Glück sehnt, oftmals scheitert und doch von einem gespenstischen Optimismus beseelt ist». Seine Erlebnisse, Selbstgespräche und Lebensweisheiten spiegeln nicht nur die Lage des Landes, sondern auch die Begrenztheit menschlichen Strebens.

Nach dem israelischen Schriftsteller Amos Oz und dem englischen Autor Julian Barnes ist Ford der dritte Preisträger. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Hamburger Schriftsteller Lenz (1926-2014) und wird alle zwei Jahre verliehen. Sie ehrt Autoren, «die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist».