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Vertrag läuft im Sommer aus

Staatstheater Karlsruhe: Trennung von Peter Spuhler ist jetzt offiziell beschlossen

Jetzt ist es offiziell: Peter Spuhler muss das Staatstheater Karlsruhe nach dem Ende der Saison verlassen. Der Verwaltungsrat stellt zudem die Weichen für einen grundlegenden Neuanfang.

So ging es nicht mehr weiter: Der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters hat erklärt, den bis 2026 laufenden Vertrag von Generalintendant Peter Spuhler auflösen zu wollen. Foto: Rake HORA Rake HORA

Der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters Karlsruhe hat am Montag abend die Trennung von Generalintendant Peter Spuhler (55) zum Ende der laufenden Saison beschlossen. Die bereits festgelegte Verlängerung des Vertrags bis 2026 mit jährlichen Bezügen in beträchtlicher sechsstelliger Höhe soll aufgelöst werden.

Die Konditionen für diese Auflösung sollen nach dem Beschluss des Verwaltungsrats dessen Vorsitzende, Kunstministerin Theresia Bauer (Die Grünen), und ihr Stellvertreter, Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD), mit dem Theaterchef verhandeln. Bauer und Mentrup hatten bereits vorab erklärt, die Vertragsauflösung vorschlagen zu wollen und darüber informiert, dass Spuhler zu diesem Schritt bereit sei.

Diskussion schwelt seit Sommer

Die Entscheidung ist die Folge einer seit Sommer schwelenden Diskussion um die Amtsführung von Spuhler, der durch übergroße Anforderungen und permanenten Kontrolldruck ein „toxisches Arbeitsklima“ erzeugt haben soll. Die massive Kritik aus der Belegschaft hatte im Juli zu einer Demonstration von knapp 300 Theaterleuten vor der damaligen Sitzung des Verwaltungsrats geführt. Bei dieser Sitzung war ein Reformprozess mit Amtsverbleib von Spuhler beschlossen worden.

Die Gespräche bei der Umsetzung des Reformprozesses hätten allerdings ergeben, dass für eine erfolgreiche Zukunft gemeinsam mit dem umstrittenen Theaterchef die Vertrauensbasis fehle, hatten Mentrup und Bauer vor knapp zwei Wochen mitgeteilt und die nun beschlossene Trennung angekündigt.

Leitungsfrage vorerst offen

Zudem wurden in der rund vierstündigen Sitzung etliche Weichen für einen grundlegenden Neuanfang gestellt. So soll eine Kommission des Verwaltungsrats über die Form und Dauer einer Interimsleitung beraten und im Frühjahr 2021 hierzu ein Ergebnis vorlegen. Zudem soll der strukturelle Reformprozess, der intern am Haus bereits begonnen wurde, fortgeführt und durch professionelle Hilfe begleitet werden.

Ministerin Bauer und OB Mentrup sagten gegenüber den BNN, es sei noch offen, mit welchem Führungsmodell weitergearbeitet wird. Vorerst seien die Amtsgeschäfte des Intendanten durch die bestehende Vertretungsregelung abgesichert.

Mit den Staatstheatern Stuttgart und dem Nationaltheater Mannheim gibt es bereits zwei große Bühnen im Südwesten, die nach dem kurzfristigem Ausfall ihrer Generalintendanz auf ein Spartenleitungsmodell umgestellt wurden. Das Badische Staatstheater wird vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe zu gleichen Teilen jährlich mit insgesamt über 45 Millionen Euro gefördert.

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