Die Saison ist vorbei: Am Staatstheater Karlsruhe wurde der reguläre Spielbetrieb nun bis zur Sommerpause eingestellt. | Foto: Deck

Aus für regulären Spielbetrieb

Wegen Corona: Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart brechen ihre Saison komplett ab

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Auch an den Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart ist die reguläre Spielzeit nun beendet. Dies teilte das Kunstministerium in Stuttgart mit. Bereits vor einigen Tagen hatten mehrere Stadttheater mitgeteilt, den unterbrochenen Spielbetrieb vor der Sommerpause nicht mehr aufzunehmen.

Für die Staatstheater bedeutet dies laut Mitteilung des Ministeriums, dass das bis zum Ende der aktuellen Spielzeit und damit bis 31. August vorgesehene Programm nicht wie geplant stattfinden wird. Zugleich werde nach Alternativformaten gesucht.

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„Kulturbetriebe, Theater und musikalische Ensembles brauchen Planungssicherheit“, wird Kunstministerin Theresia Bauer in der Mitteilung zitiert. Man habe daher gemeinsam mit den beiden Kommunen und den Staatstheatern beschlossen, den regulären Vorstellungsbetrieb der Saison 2019/2020 zu beenden. Beide Theater werden gemeinsam von Land und der jeweiligen Kommune getragen.

Entscheidung wird begrüßt

Der Karlsruher Generalintendant Peter Spuhler begrüßte die Entscheidung: „Wir sind dankbar, dass Klarheit geschaffen wurde“, sagte er auf BNN-Anfrage. Nun könne man die komplexe Planung für die nächste Saison konzentriert angehen. Hier müsse man zweigleisig fahren: „Eine komplexe Vorbereitung wird dadurch noch komplexer“, so Spuhler. Man wolle neben einer „Wunsch-Planung“ auch einen Plan B vorbereiten, so dass ab Herbst auf jeden Fall etwas angeboten werden könne.

„Erstmal nur Kleinstformate denkbar“

„Natürlich wollen wir unserem Publikum so schnell wie möglich wieder etwas bieten“, betonte Spuhler. „Da können wir aber erst einmal nur von Kleinstformaten reden.“ Vorstellen könne er sich beispielsweise offene Proben im Kleinen Haus, bei denen zehn Zuschauer auf markierten Sitzen zusehen könnten. „Auch ein Bläserkonzert in Kleinbesetzung von der Terrasse wäre vielleicht denkbar, wobei man aufpassen muss, dass man keine Menschenansammlung hervorruft.“

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Das Anliegen, neue Formate zu entwickeln, wird auch vom Ministerium vorgebracht. Ziel sei, dass die Staatstheater dennoch kreative künstlerische Formate anbieten können, die im Rahmen der Vorsichtsmaßnahmen möglich sind, so die Ministerin.

Ziel: Verlässlichkeit für Veranstalter

Daher arbeite das Wissenschaftsministerium in Absprache mit den betroffenen Ressorts und kommunalen Landesverbänden an einer landesweiten Regelung zu Veranstaltungen. „Wir wollen so schnell wie möglich eine verlässliche Aussage für alle Kulturveranstaltungen im Land treffen können“, wird Bauer in der Mitteilung zitiert. Zudem erarbeite ihr Haus Förderinstrumente, um neue Formate zu unterstützen.

Da man mit einer Pandemie konfrontiert sei, könne es „auf absehbare Zeit auch im Kulturbereich keine Rückkehr zum Zustand vor der Corona-Krise geben“. Gleichzeitig arbeite man an umsetzbaren Szenarien für die kommenden Monate.