Sie ist die kulturelle Botschafterin für die französischsprachige Welt: Die europäische Pass-Österreicherin mit französischem Vater Marlène Rigler leitet seit anderthalb Jahren das Karlsruher Centre Culturel Franco-Allemand. | Foto: lie

Marlène Rigler leitet CCFA

Kulturelle Botschafterin

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Ein Lieblingsplatz von ihr ist der Karlsruher Schlossgarten. „Da gehe ich so gern mit meinem Sohn Manès hin“, erzählt Marlène Rigler. „Überhaupt ist in Karlsruhe sehr gut mit Kindern und als Radfahrerin zu leben. Die Lebensqualität ist sehr hoch. Und meinem Mann, der Franzose ist und wenig Deutsch spricht, begegnen die Menschen auch offener als vorher in München. Dort waren die echten Bayern gerne nur unter sich.“
Mit Stadtleben anderswo hat die Leiterin des französisch-deutschen Kulturinstituts Karlsruhe reichlich Erfahrung.

Direktorin des französisch-deutschen Kulturzentrums

Sie kam viel herum, die europäische Pass-Österreicherin mit französischem Vater. Studium in Frankreich, Aufenthalte oder längere Tätigkeiten in London, New York und Paris sind ihre Referenzen. Kunstszene und Kulturverwaltung wurden ihre berufliche Welt. Seit anderthalb Jahren ist sie in Karlsruhe die kulturelle Botschafterin für die französischsprachige Welt. Was Marlène Rigler mit ihrem vierköpfigen Team und zwölf Sprachdozenten unterm Dach der Postgalerie alles anzubieten hat, das kann am Donnerstag, 20. September, in aller Ruhe beschnuppert werden. Dann macht das Centre Culturel Franco-Allemand (CCFA), eine deutsche Stiftung mit Finanzierung vor allem durch Karlsruhe, ab 15 Uhr einen Tag der offenen Tür. (Eingang zum CCFA an der Karlstraße.) „Parlez-vous français? Besucher können ihr Sprachniveau testen, unsere Mediathek erkunden und nach 19 Uhr ist französische Küche ein Thema. Mit dem Autor der Arte-Reihe ,Cuisine des Terroirs‘“, fasst Rigler das Programm zusammen.

Sprachkurse und Kultureinblicke

Im Alltagsbetrieb des CCFA sind die Sprachkurse wichtig: „Viele Firmen benötigen Leute mit Französischkenntnissen und das Angebot für Kinder bauen wir aus.“ Im Kulturprogramm möchte Rigler das treue frankophile Bildungsbürgertum ebenso ansprechen wie jüngere Menschen, die mehr kennen wollen als nur die englischsprachige Welt. Intensiv verfolgt die 39-jährige Rigler politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Sie mag es, frischen Wind in Programme zu bringen. Die Rolle als Vermittlerin zwischen den Generationen nimmt sie gerne auch kämpferisch an.
Damit sie nicht auch noch sonntags zu viel denkt und plant, bleibt an diesem Tag der Blackberry aus und müssen die elektronischen Netzwerkigsignale Ruhe geben. Stattdessen geht es mit dem Rad durch den Hardtwald oder an den Weingartener Baggersee. „Im Urlaub ist die Gascogne, die Heimat meines Mannes, ein Ziel oder auch die Alpen, früher war ich ja Bergsteigerin. Und im Winter mache ich Langlauf.“ Die Neu-Karlsruherin schwärmt dabei von den nahen Loipen im Schwarzwald oder in den Vogesen.

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In Wien wuchs die 1979 geborene Marlène Rigler mit österreichischer Mutter und französischem Vater auf. Nach der Matura (dem Abitur) studierte sie in Grenoble und Paris Politik, Literatur und Kunst. Sie wirkte unter anderem im Holocaust-Museum Paris sowie in Kunsteinrichtungen von Venedig, New York, München und Montreuil. Seit 2017 lebt und arbeitet sie in Karlsruhe. Ihr Mann ist Franzose, die beiden haben einen kleinen Sohn.