Der Zieleinlauf in der Messehalle 2 war eine Besonderheit beim Baden-Marathon am 25. September 2016. | Foto: Bernd Kamleitner

Abschied von der Messe?

Läufer entscheiden über die Zukunft des Marathons mit

Bis zum 17. September sind es noch gut viereinhalb Monate. Wer beim 34. Fiducia & GAD Baden-Marathon an den Start gehen und in den Genuss der günstigeren Anmeldegebühr kommen möchte, muss sich dennoch sputen. Läuferinnen und Läufer, die bis zum Sonntag, 30. April, melden, sparen in den Wettbewerben fünf Euro.

Für den Veranstalter hat die Resonanz auf das Laufspektakel bis zu diesem Zeitpunkt eine richtungsweisende Bedeutung: Sollten die Meldezahlen hinter denen des vergangenen Jahres zurückbleiben, steht hinter einer Neuauflage von Marathon-Start und -Ziel an der Messe Karlsruhe in Rheinstetten im Jahr 2018 zumindest ein dickes Fragezeichen.

Wenn sich die Geschichte nicht nach vorne entwickelt, werden wir überlegen, ob der Marathon ein drittes Mal an der Messe stattfindet

„Wenn sich die Geschichte nicht nach vorne entwickelt, werden wir überlegen, ob der Marathon ein drittes Mal an der Messe stattfindet“, sagt Marathon-Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl. Weil die Europahalle aus Brandschutzgründen für Großveranstaltungen nach wie vor nicht genutzt werden darf, war Deutschlands drittältester Stadtmarathon im vergangenen Jahr an die Messe umgezogen – mit dem Zieleinlauf in einer Messehalle.

Im Vorjahr tief in rote Zahlen gerutscht

Den erhöhten Kosten für die teurere Messeinfrastruktur stand allerdings kein Zuwachs bei der Teilnehmerzahl gegenüber, wobei Letzteres ein Problem ist, das auch andere Veranstalter plagt. Unter dem Strich verbuchte der Marathon-Verein ein Minus von rund 50 000 Euro – so schlecht war das Ergebnis in der 33-jährigen Marathon-Geschichte noch nie ausgefallen.

Nachdenken über Plan B

Voraussichtlich bis Juli, meint Bachl, sei mit einem deutlichen Trend für 2017 zu rechnen. Dann werde man sehen, ob der Marathon-Verein einen Plan B entwickeln müsse. Zu möglichen Messe-Alternativen möchte sich Bachl noch nicht äußern, aber man beschäftige sich damit, weil eine Veranstaltung wie der Baden-Marathon eine langfristige Planung erfordere.

Wegen Mängeln beim Brandschutz darf die Europahalle in Karlsruhe nur noch für Veranstaltungen mit maximal 200 Personen genutzt werden. Früher war sie die zentrale Anlaufstelle beim Baden-Marathon. | Foto: Bernd Kamleitner

So gesehen stimmen die Halb- und Marathon-Läufer sowie die, die sich erstmals auf die Dritteldistanz über rund 15 Kilometer machen wollen, und die Teams, die sich die Marathon-Distanz aufteilen, gewissermaßen mit den Füßen über die Zukunft des Marathons an der Messe mit ab. Bei sinkender Teilnehmerzahl wäre eventuell eine Rückkehr an Europahalle – dann wieder mit Zelten vor der Halle – und der Zieleinlauf im Carl-Kaufmann-Stadion denkbar. Auch ein Wechsel mit alternativen Strecken ist eine Variante. „Wir werden alle Szenarien durchspielen“, lässt sich Bachl immerhin entlocken.

Slow Runner
Wer langsamer läuft, kommt auch ans Ziel: Bei der Halb- und Marathonvorbereitung in der KarlsRuniversity, dem Lauftrainingsangebot des Baden-Marathon, gibt es erneut eine Slow-Runner-Gruppe. Diese Teilnehmer bereiten sich langsamer laufend auf die 21,1 Kilometer-Distanz vor.
Vorgesehen sind etwa sieben bis acht Kilometer pro Stunde, was pro Kilometer eine Zeit von sieben bis acht Minuten bedeutet. Dabei kann auch zwischen laufen und walken gewechselt werden. Übrigens: Ein Wechsel aus der Slow-Runner-Gruppe in eine schnellere Vorbereitungsgruppe ist auch kein Problem. Die KarlsRuniversity startet am Donnerstag, 4. Mai.