Den fachgerechten Schnitt zeigt Außenbetriebsleiter Manuel Wörthmann der Achtklässlerin Almina Krüger, die das gleich mal ausprobiert.
Den fachgerechten Schnitt zeigt Außenbetriebsleiter Manuel Wörthmann der Achtklässlerin Almina Krüger, die das gleich mal ausprobiert. | Foto: Foto: Waidelich

Projekt mit Weingut Heitlinger

Schüler der Sulzfelder Blanc-und-Fischer-Schule bestellen „ihren“ Weinberg

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Sulzfeld ist eine Weinbaugemeinde. Der An- und Ausbau der Reben hat in vielen Familien lange Tradition. Selbst der Nachwuchs hat hier in aller Regel schon Erfahrung mit dem Weinbau gemacht, wenn auch in allererster Linie bei der Lese. Diese Kenntnisse werden sich in den nächsten Jahren vertiefen.

Von unserem Mitarbeiter Arnd Waidelich

Das renommierte Weingut Burg Ravensburg, schon seit geraumer Zeit zusammengeschlossen mit dem Weingut Heitlinger, hat in der Sulzfelder Blanc-und-Fischer-Schule ein Weinbau-Projekt auf den Weg gebracht. Jürgen Kern, Kellermeister und technischer Betriebsleiter bei Heitlinger, stieß beim Rektor auf offene Ohren mit dem Vorschlag, den Weinbau als Projekt in den Schulalltag zu integrieren.

Ein Jahr lang sind 24 Achtklässler beschäftigt

„Er war sofort Feuer und Flamme“, freut sich Kern heute noch über die spontane Zusage von Andreas Schey. Der hat dazu allerdings auch allen Grund. Das Projekt verbindet auf idealtypische Weise mehrere Fachrichtungen und deckt einen weiten Bereich des neuen Schulfaches Wirtschafts-, Berufs- und Studienorientierung (WBS) ab.

24 Achtklässler haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet. Über ein Jahr hinweg werden sie sich jede Woche um „ihren“ Weinberg am Fuß der Ravensburg kümmern. Im Gewann „Dicker Franz“ ging es zuerst einmal an den Schnitt der Reben, der möglichst viel Ertrag im Herbst bringen soll. Die Außenbetriebsleiter Timo Daiß und Manuel Wörthmann zeigen den Nachwuchswinzern, wie die Schnitte richtig zu setzen sind.

Schüler werden selbstständig zu Winzern

Die Pflege und Hege des Weinbergs wird zu Beginn im Vordergrund stehen. Dann aber werden die Schüler vollkommen selbstständig in die Rolle des Winzers schlüpfen. Vom Herbsten über den Ausbau bis hin zur Vermarktung wird die Aufgabenpalette reichen.

Am Ende stehen wird im nächsten Jahr die Vermarktung der 1 000 Flaschen Wein, mit denen die beiden betreuenden Lehrer Markus Zangenfeind und Christian Dick rechnen. In dem sich über ein Jahr hinweg ziehenden Prozess werden die Schüler mit typischen WBS-Bereichen Kalkulation, Vertrieb und auch mit der Werbung Bekanntschaft machen.

Mit der Gestaltung des Etiketts kommen grafische Elemente hinzu. „In unserer Gemeinschaftsschule hat ja die Berufsorientierung einen sehr hohen Stellenwert“, sagt Christian Dick. Das Projekt erfülle genau diese Kriterien. Die Schüler selbst sind ebenso Feuer und Flamme wie ihr Rektor.

Dokumentation für die Schulzeitung

Carola Becker und Celine Rösler verfolgen und dokumentieren jede Aktion ihrer Klassenkameraden mit der Kamera. „Wir werden das später in der Schulzeitung veröffentlichen und uns mit dem Artikel auch für die ,Zeitung in der Schule‘ bewerben“, meint Carola Becker, die das „alles schon sehr cool“ findet.

In ihr Fadenkreuz gerät Jonas Gram. Beim Onkel habe er schon oft beim Herbsten mitgeholfen, sogar bei der mitternächtlichen Eiswein-Ernte, sagt er.

Die Schnitttechnik ist nicht einfach

Etwas dazu lernen könne er aber auf jeden Fall, gesteht er, besonders bei der richtigen Schnitttechnik. Mit der kämpft auch Almina Krüger, die ebenfalls schon mehrfach beim Herbsten mitgeholfen hat. Ganz besonders freuen sich die Schüler auf das Ergebnis. Den blaufränkischen Lemberger aus dem „Dicken Franz“, den werde sie nächstes Jahr sicher gemeinsam in der Familie kosten dürfen, meint Carola Becker.