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Zweite Ausschreibung

Leopoldsplatz in Baden-Baden wird teurer

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Auch die zweite Ausschreibung für die Oberflächengestaltung auf dem Leopoldsplatz liegt über der Kostenschätzung der Planer, allerdings auch unter dem Ergebnis der ersten Ausschreibung. Das gab Bürgermeister Alexander Uhlig am Freitag nach dem Submissionstermin im Rathaus bekannt. Zahlen nannte der Baudezernent aber noch nicht.

Leopoldsplatz im Bauausschuss

Die Stadt will die beiden eingegangenen Angebote jetzt zuerst formell, rechnerisch und fachtechnisch prüfen. Dies werde bis Mitte November dauern, so Uhlig. Danach hätten die städtischen Gremien über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Am 16. November ist der Leopoldsplatz Gegenstand der nächsten Bauausschusssitzung.

Uhlig wollte sich auch nicht festlegen, ob das Ergebnis näher an der Kostenschätzung oder näher am Ergebnis der ersten Ausschreibung liege. Nur soviel: Er fühle sich durch das Ergebnis darin bestätigt, die erste Ausschreibung aufgehoben zu haben. Die beiden Firmen kämen aus dem engeren süddeutschen Raum, sagte der Baudezernent. Mindestens zwölfmal sei die Ausschreibung angefordert worden. Letztlich hätten „bedauerlich nur zwei abgegeben.“

Erneut zwei Bieter

Die beiden Bieter aus der ersten Ausschreibung, die mit ihren Angeboten deutlich über der Kostenschätzung der Stadt lagen, hatten diesmal keine Offerte abgegeben. Zu den beiden jetzigen Anbietern machte der Baudezernent keine Angaben. Bereits beschlossen ist, dass mit dem zweiten Bauabschnitt frühestens im Februar begonnen wird. Bis zum Beginn des Christkindelsmarktes am 27. November soll der Leopoldsplatz leergeräumt sein. Am letzten Novemberwochenende werden auch wieder die Busse über den „Leo“ fahren.

Arbeiten gehen weiter

Am Freitag ist der Deckel über den Rotenbach fertiggestellt worden. Lediglich das letzte Passstück in der Mitte, ein Sonderbauteil, fehlt noch. Mit Ausnahme dieses Stückes soll der Rotenbach dann in den nächsten Tagen wieder unsichtbar werden. Mit der Verfüllung ist bereits begonnen worden.
Baufortschritte gibt es auch in der Luisenstraße, wo der westliche Gehweg ebenfalls der Fertigstellung entgegengeht, nachdem dort in den vergangenen Tagen Versorgungsleitungen verlegt worden sind.
Die Umgestaltung der Luisenstraße bis zur Inselstraße ist bekanntlich Bestandteil der jetzigen Ausschreibung gewesen. Die Fertigstellung in diesem Bereich wird sich aber noch bis ins Jahr 2019 hinziehen.

Kommentar
Der Leopoldsplatz bleibt für den Gemeinderat eine Kröte, die er wird schlucken müssen, wenn die gute Stube der Stadt so aussehen soll, wie in den Grundsatzbeschlüssen vorgesehen. Die Frage ist jetzt nur, wie groß sie tatsächlich ist.
Vor der rechnerischen, formellen und fachtechnischen Prüfung will die Stadt nichts dazu sagen. Für Neugierige zwar unbefriedigend, aber in der Summe vielleicht doch besser. Denn was sollen voreilig herausgegebene Daten, die dann im Anschluss wieder korrigiert werden müssen? Bis Mitte November, vielleicht auch ein paar Tage früher, sollen die Fakten auf dem Tisch liegen. Am 16. November steht im Bauausschuss im Übrigen ein Bericht zur Lage des Leopoldsplatzes auf der Tagesordnung.
Mithin müssen wir noch zuwarten, um wie viel günstiger das jetzige Ergebnis zur ersten Ausschreibung und um wie viel über der Kostenschätzung des Planungsbüros liegt. An diesen beiden Eckwerten dürft sich die weitere Diskussion – unabhängig von den staatsanwaltlichen Ermittlungen – orientieren. Absprachen und Preistreiberei oder falsche Kalkulation und boomende Baukonjunktur?
Kalkuliert waren für den Auftrag 1,8 Millionen Euro. In der ersten Runde lag das Submissionsergebnis bei rund 4,3, beziehungsweise 4,5 Millionen Euro und damit wesentlich höher als vom Planer berechnet.
Eines wissen wir aber auch: Am Auftrag Leopoldsplatz haben Firmen kaum Interesse. An was das wohl liegt?