Vor der "ZNOE" kniet Hohenwarts Ortsvorsteher Karl Schröck und sieht sich die fehlerhafte Straßenmarkierung der Schönbornstraße an der Abbiegung zum Hohenwart Forum an.
Vor der "ZNOE" kniet Hohenwarts Ortsvorsteher Karl Schröck und sieht sich die fehlerhafte Straßenmarkierung der Schönbornstraße an der Abbiegung zum Hohenwart Forum an. | Foto: Ehmann

Gravierender Schreibfehler

Deutschland lacht über Pforzheims „ZNOE“

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Einen Tag nach der Entdeckung der Pforzheimer „ZNOE“ machen sich die Medien deutschlandweit über den Fehler in Hohenwart lustig. „Wie schnell darf man in einer ZNOE sein?“ fragt sich die Südwestpresse. Der Kölner Stadtanzeiger ist sich sicher, dass man den Fehler bei so großen Buchstaben doch nicht hätte übersehen können. Und die shz aus Schleswig-Holstein scherzt: „Es ist aber auch ein langes, schweres Wort.“ Doch zurück zum Anfang der Geschichte:

Wie kam es eigentlich zu der „ZNOE“?

Ortsvorsteher Karl Schröck war am Mittwochmorgen ganz unbedarft in seinem Auto darüber hinweg gefahren, ohne das Missgeschick zu bemerken: „30 ZNOE“ hatte eine Firma für Straßenmarkierungen Anfang der Woche in metergroßen weißen Lettern dem Asphalt der Schönbornstraße „aufgedrückt“. Als ob jemand in die Buchstabensuppe hineingegriffen und zwar die richtigen vier alphabetischen Zeichen herausgefischt, sie dann aber in der falschen Reihenfolge platziert hätte. Und so wurde die „ZONE“ plötzlich zur „ZNOE“.

Erleichterung beim Ortsvorsteher

Auf Internetplattformen sorgt der Buchstabendreher für Heiterkeit. Ortsvorsteher Karl Schröck hingegen reagierte fast erleichtert, als er auf den Schreibfehler hingewiesen wurde. „Ich dachte, es seien wieder Schmierereien, wie bereits vor kurzem am Sportplatz“, sagte er zum Fotografen des Pforzheimer Kurier, der – unterwegs zum „Tatort“ Schönbornstraße – Schröck im Ortskern antraf. Auch der Fotograf musste zweimal drüber fahren, ehe ihm der Fehler auffiel. „Wenn Sie herunter fahren Richtung Hohenwart gucken Sie da nicht drauf“, erklärt Schröck.

Fehler wird geschwärzt

Das Ordnungsamt, dem die Angelegenheit gemeldet wurde, reagierte prompt: „Das wird noch am Mittwoch geschwärzt.“ Zuständig für Straßenmarkierungen ist das Grünflächen- und Tiefbauamt (GTA), das für solche Arbeiten ein auswärtiges Unternehmen beauftragt. Ja, man habe bereits einige Anrufe in dieser Sache erhalten, räumt Willi Wahl vom GTA ein.

Wie wird die Straße überhaupt beschriftet?

Die Zeiten, da jemand mit Farbtopf und Pinsel auf den Knien hockte, um eine Linie oder einen Schriftzug auf die Straße zu malen, sind vorbei. Die vom GTA beauftragte Firma arbeitet mit Kaltplastik. Laut Wahl werden dabei mit Schablonen die Buchstaben aufgezeichnet, dann die Ränder fixiert und schließlich mit einem Spachtel die Farbmasse aufgetragen. Nachdem die Schönbornstraße neu asphaltiert wurde, war die Markierung nicht mehr sichtbar und wurde am Montag neu angebracht. Wie es zu einem solchen Dreher kommt, dazu fällt auch Wahl nichts ein.

Spott im Netz

Im Mai hatte ein fehlerhaftes Umleitungsschild für Gelächter in der Stadt gesorgt. Anstelle von „Schömberg“ und „Büchenbronn“ hatte es „Schönberg“ und Büchenborn“ geheißen. Verantwortlich war eine Fremdfirma. Bei Facebook wird daran erinnert. Dort sorgt der jetzige ebenfalls prominent sichtbare Fehler für Häme. Ob da einem die Hitze zu Kopf gestiegen ist?

Verständnis muss sein

Während ein Gemeindemitarbeiter einen Nichtmuttersprachler als „Autor“ vermutet, meint der Ortsvorsteher: „Fehler passieren.“ Auch GTA-Mitarbeiter Wahl zeigt Verständnis. „Vielleicht hat derjenige das in der Hektik nicht mehr kontrolliert.“ Von Buchstabendrehern und Schreibfehlern weiß wohl jeder Zeitungsmacher aus leidvoller Erfahrung zu berichten. Beim Griff in die Buchstabensuppe macht spätestens der Verzehr die richtige Reihenfolge der Zeichen zunichte. Und bei der Ansicht auf „Bleibendes“ könnte der berühmte Schritt zurück helfen – wenn es der Straßenverkehr zulässt. In der Hohenwarter Kastanienallee jedenfalls ist die „Zone“ auch mit neuer Markierung „Zone“ geblieben.