Tote Fische beklagt der Umweltschutzverein Malsch. Die Wasserableitung war außer Kraft – unter anderem erstickten die Aal-ähnlichen, geschützten Bachneunaugen. | Foto: Görig/pr

Geschützte Tiere erstickt

Malscher Fischsterben ruft Umweltschutzverein auf den Plan

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Aufregung bei Umweltschützern in Malsch: Durch Arbeiten an der Aufweitung der Verdolung im Malscher Ortskern sei die Wasserableitung zum Lindenhardterwegbach versperrt worden, worauf dieser für mindestens 36 Stunden kein Wasser bekam. Ein Fischsterben war die Folge, unter anderem erstickten geschützte Bachneunaugen. „Das hätte nicht passieren dürfen“, betont Karl Görig, Vorsitzender des Malscher Umweltschutzvereins.

Blockierte Wasserableitung als tödliche Falle

Der Schreck sei groß gewesen, als er am Samstagmorgen feststellte, dass der Lindenhardterwegbach völlig trocken gefallen war. „Das hat es seit 40 Jahren nicht gegeben.“ Er wolle der Gemeinde keine Schuld zuschieben, aber wo sei die Bauaufsicht? Die Baufirma habe auch keinen Notdienst für Notfälle eingerichtet. Die Feuerwehr wurde eingeschaltet, letztlich hätten auf Anweisung Mitarbeiter des Bauhofs mit Schaufeln

Völlig trocken gefallen war der Lindenhardterwegbach durch Malsch über viele Stunden. | Foto: Görig/pr

den Zugang zur Edelstahlrinne frei geräumt. Am Freitag seien an der Hochwasserschutz-Baustelle Sedimente weg gespült worden, die jedoch dann die Metallrinne zusetzten, die unter dem Adlerkreisel verlaufend den Bach speist. „Sämtliche Fische sind bis zur Gemarkungsgrenze Ettlingen – bis zum Zulauf in den Malscher Landgraben – verendet“, so Görig. Das komplette Wasser floss ausschließlich in den Neuwiesengraben Richtung Regenrückhaltebecken Fuchzig.

Verein sieht Provisorium als Problem

Die Überleitung zur Rinne ist aus Sicht des Umweltschutzvereins – der eigens eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen hatte, schon seit Öffnung des Dorfbachs vor sieben Jahren entlang der Sézanner Straße ein Dorn im Auge. Es sei ein Provisorium, so Görig. Seiner Meinung nach hat man sich bei der Planung damals schon verrechnet. Das lasse man nun prüfen. „Die Ableitung muss funktionieren und wir wollen, dass das richtig gemacht wird.“ Auch deshalb habe man die übergeordneten Behörden eingeschaltet, die nun bei der Gemeinde nachhaken werden. „Wir spielen mit offenen Karten.“

Geschützte Bachneunaugen erstickt

Unter den toten Fischen sind die geschützten und einem kleinen Aal ähnelnden Bachneunaugen. Für den Umweltschutzverein besonders bedauerlich und zugleich eine freudige Überraschung: „Ich hätte nicht gedacht, dass da Neunaugen drin sind.“ Görig denkt nicht, dass der ganze Bestand verendet ist. Der

Als fehleranfälliges Provisorium sieht der Umweltschutzverein die Wasserableitung mit Holzlatte zur Metall-Wasserrinne. | Foto: Görig

Umstand, dass es Bachneunaugen gibt, spreche für die gute Wasserqualität, ebenso die Größe der verendeten Forellen. Ein Rückzugsort sei wohl eine Bachvertiefung im Bereich des Malscher Bahnhofs gewesen, wohin sich Fische aufgrund des trocken fallenden Bachs zurückgezogen haben. Bei der Gemeinde beleuchtet Harald Becker den Vorfall. Man habe noch am Wochenende Alarm geschlagen und den Bauhof informiert. Die Metallrinne sei in der Tat versandet gewesen. Der Kämmerer sieht es aber nicht direkt als Folge einer Spülung an der Baustelle. „Dass sich da Zeug ablagert ist normal.“ Die Verstopfung habe dazu geführt, dass die Fische, die in der Rinne leben, nicht weiter kommen. Den Tod einer großen Zahl von Fischen sieht er aber nicht. Er habe am Montag den weiteren Bachlauf abgehen lassen, es seien keine weiteren toten Exemplare gemeldet worden. Im Gegensatz zur Annahme des Umweltschutzvereins geht Becker davon aus, dass wohl nur die Fische erstickt sind, die in der Rinne am Adlerkreisel leben.