Das Englisch-Abitur war nicht zu schwer, sagt das Kultusministerium. | Foto: dpa/Tobias Kleinschmidt/Archiv

Petition bereits bei 30 000

Ministerium: Englisch-Abitur war nicht zu schwer

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Das baden-württembergische Kultusministerium weist die Kritik am Englisch-Abitur zurück. Die in einer Online-Petition kritisierte Aufgabe der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Englisch  sei einer umfassenden Prüfung unterzogen worden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Als Ergebnis der Überprüfung ist festzuhalten, dass das Niveau der kritisierten Aufgaben angemessen war“, erklärt die Kultusbehörde. Dies hätten sowohl die  Abiturkommission als auch drei extern hinzugezogene Fachberater bestätigt. Diese erklärten allerdings auch, dass die Klausuren anspruchsvoller als in den Jahren zuvor gewesen seien.

Online-Petition bereits von 30 000 Schülern unterzeichnet

Die Online-Petition ist binnen weniger Tage von 30000 Schülern unterzeichnet worden. Nicht alle Abiturienten teilen allerdings die Meinung, dass die Aufgaben zu schwer gewesen seien. Die kritisierte Textvorlage stammt nach den Angaben des Kultusministeriums  aus dem länderübergreifenden IQB-Aufgabenpool der Kultusministerkonferenz und entspreche dem vorgegebenen Niveau B 2 und dem in Teilen vorgeschriebenen C1-Niveau des europäischen Referenzrahmens. „Das Niveau der Textvorlage wurde in einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe von 16 Bundesländern als angemessen und gut machbar bestätigt“, berichtet die Behörde von CDU-Politikerin Susanne Eisenmann.

Das Englisch-Abitur war unfair, klagen mittlerweile rund 30 000 Betroffene. | Foto: bnn

Text als mittelschwer eingestuft

Die Zustimmung aller Ländervertreter sei Voraussetzung für die Aufnahme des Textes in diesen gemeinsamen Aufgabenpool gewesen. Sie sei als mittelschwer eingestuft und in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt worden. Das von der KMK eingerichtete Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) habe die Textvorlage ebenfalls als gut geeignet und vom Schwierigkeitsgrad her als adäquat für die Abiturprüfung auf dem erhöhten Niveau angesehen.

Schüler  halten diesjähriges Abitur für zu schwer

Die Kritik richtete sich vor allem gegen Aufgaben im verstehenden Lesen. „Zusammengefasst finden wir, dass das diesjährige Abitur nicht vergleichbar mit denen der letzten Jahre ist und fordern Sie auf, den Erwartungshorizont anzupassen und die genannten Aspekte bei der Bewertung zu berücksichtigen“, heißt es am Ende des Schreibens.

Kultusministerin: Kein Grund zur Sorge

Kultusministerin Susanne Eisenmann erklärte dagegen: „Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir wollen in Baden-Württemberg ein Qualitätsabitur und wissen aus vielen Untersuchungen und Vergleichsstudien, dass unsere Gymnasiasten gerade im sprachlichen Bereich immer gute Ergebnisse erzielt haben. Klar ist aber auch, dass wir auf länderübergreifende Standards bei den Abschlussprüfungen und insgesamt auf mehr Vergleichbarkeit zwischen den Ländern setzen. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass wir uns bei der Auswahl der Aufgaben aus dem IQB-Pool bedienen.“

Auch in Mecklenburg-Vorpommern kam der Text zum Einsatz

Der kritisierte Text sei letzten Freitag auch an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz gekommen. Auf explizite Nachfrage des Kultusministeriums gebe es in diesem nord-östlichen Bundesland keine Hinweise auf ähnliche Kritik, wie sie in der Online-Petition geäußert worden sei. Zwar seien die heute vom Kultusministerium hinzugezogenen externen Fachberater zu dem Ergebnis gekommen, dass der Haupttermin 2018 anspruchsvoller gewesen sei , als die Klausuren der Jahre zuvor. Indes seien die Aufgaben in jedem Falle machbar gewesen.